Neue Tarifstruktur: DB und Transnet/ GDBA einigen sich

(30.11.) BERLIN - Die DB hat sich am Donnerstag mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA auf die Eckpunkte einer neuen Tarifstruktur geeinigt. So soll es künftig unter dem für alle Mitarbeiter gültigen Basistarifvertrag sechs Funktionstarifverträge für die einzelnen Berufsgruppen geben, in denen eigenständige Vereinbarungen zu Arbeitszeit und Entgelt getroffen werden können. Gleichzeitig bekommen die Bahn-Beschäftigten bis Ende 2010 mindestens zehn Prozent mehr Lohn. Darin eingeschlossen sind die 4,5 Prozent Lohnerhöhungen, die die beiden Gewerkschaften im Juli mit der DB vereinbart hatten. Je nach Tätigkeit sollen die Mitarbeiter ferner auch einen Strukturaufschlag von bis zu 4,0 Prozent erhalten, einige sogar noch mehr. Nachdem nach einem am Dienstag in Berlin begonnenen dreitägigen Verhandlungsmarathon eine Einigung über die Eckpunkte erzielt worden ist, sollen in den kommenden sechs bis neun Monaten die Details geregelt werden, bevor das neue System in Kraft tritt. Insgesamt werde die Bahn für die neue Struktur rund 100 Millionen Euro mehr für Personal zur Verfügung stellen, hieß es. Transnet-Chef Norbert Hansen rechnet mit einem endgültigen Abschluss des Vertragswerks noch in der ersten Jahreshälfte 2008.

Die neue Tarifstruktur könnte auch den Ausweg aus dem Tarifkonflikt mit der GDL bedeuten, die einen eigenständigen Tarifvertrag fordert und nicht an den Verhandlungen zwischen DB und Tranet/GDBA teilgenommen hatte. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn sagte nach der Einigung, er hoffe, dass sich nun auch der Konflikt mit der GDL lösen lasse. Transnet-Chef Hansen betonte, dass die spezifischen Tarifverhandlungen für die Lokführer von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) geführt werden könnten. DB-Personalvorstand Margret Suckale verwies darauf, dass das neue Tarifsystem auch den großen Gewerkschaften die Möglichkeit gebe, sich gegenüber einzelnen Berufsgruppen oder Spezialgewerkschaften offener aufzustellen. Bahn und GDL wollen sich am Montag zu einer neuen Verhandlungsrunde treffen. Die GDL fordert dabei Klarheit von dem Konzern, ob sie tatsächlich einen eigenständigen Tarifvertrag bekommt. Andernfalls droht die Gewerkschaft mit unbefristeten Streiks.

Endspurt: DB und DSB bereiten Dänemark-Verkehre vor

(30.11.) HAMBURG - Für je rund eine Millionen Euro haben DB und die Dänische Staatsbahnen DSB fünf Diesel-ICE (Baureihe VT 605) technisch umgebaut. Sie sind damit fit für den Verkehr nach Dänemark, der am 9. Dezember aufgenommen wird. "Wir suchen den Wettbewerb zunehmend auch im internationalen Verkehr zu Billigfliegern und dem Pkw. Wir sind überzeugt, dass die umweltfreundliche Bahn Marktanteile gewinnen wird", sagt Dr. Lutz Bücken, Generalbevollmächtigter Systemverbund Bahn in Hamburg bei der Vorstellung des umgebauten, jetzt auch dänemark-tauglichen ICE. Die Dieselvariante des deutschen Hochgeschwindigkeitszugs verbindet dann Berlin über Hamburg, Puttgarden und der Scandlines-Fähre mit Kopenhagen sowie auf dem Landweg über Flensburg nach Århus.

Im ICE-Betriebswerk Hamburg haben die Diesel-ICE den letzten technischen Schliff bekommen. Das Werk ist auf die internationalen Züge inzwischen spezialisiert, hier werden sie auch künftig ihren regelmäßigen Service erhalten. Die aufwändigen technischen Umbauten hat die DB in eigener Regie durchgeführt. Bücken: "Die Stärke der Bahn kommt aus dem Verbund. Am Beispiel des Umbauprogramms wird unsere Industriekompetenz deutlich. Von den baulichen Zeichnungen, über konstruierte Fahrzeugänderungen bis hin zu elektronischen Bauteilen war alles in einer Hand. Der Systemverbund schafft die Voraussetzung, Bahnverkehre wirtschaftlich zu betreiben." Bis zu 200 Kilometer schnell wird der ICE zwischen Dänemark und Deutschland unterwegs sein. So verkürzt sich die Reisezeit von Berlin nach Århus um 40 Minuten auf 6 Stunden, 45 Minuten. Ökologisch punktet der Diesel-ICE deutlich. Auf der rund 650 Kilometer langen Bahnstrecke von Berlin über Hamburg nach Kopenhagen verbraucht er pro Person bei durchschnittlicher Auslastung lediglich 14,3 Liter, das sind 2,2 Liter auf 100 Kilometer. Entsprechend positiv ist die CO2-Bilanz: 56 Gramm Ausstoß pro Kilometer. Die Bahn leistet einen Beitrag, Mobilität umweltfreundlich auszubauen.

ARD-Buffet zu Gast bei der DB

(30.11.) BERLIN - Vom 1. Dezember bis zum 31. Januar kommenden Jahres werden in den Bordrestaurants und Bordbistros der DB acht Gerichte der vier Spitzenköche aus dem "ARD-Buffet" angeboten. Robert Etmans, Vorstand Personal und Bordservice der DB Fernverkehr AG: "Wir freuen uns, das 10-jährige Jubiläum der erfolgreichen Fernsehsendung ARD-Buffet gastronomisch zu begleiten". Seit zehn Jahren setzt das kulinarische Quartett mit Jacqueline Armirfallah, Vincent Klink, Otto Koch und Rainer Strobel in der Fernsehsendung werktäglich seine Akzente. Raffinierte Rezepte aus der regionalen Küche finden sich ebenso wieder wie orientalische Einflüsse. Entscheidend für die zweimonatige Kooperation war der hohe Qualitätsanspruch beider Partner. "Unser Credo ist es, nur mit den besten Produkten zu arbeiten", erklärt Otto Koch. "Da sind sich Bahn und ARD-Buffet einig."

Passend zur Vorweihnachtszeit fiel die Rezeptauswahl für den Dezember wie folgt aus: Rehgeschnetzeltes mit Maronen und Datteln, Piccata vom Schweinefilet mit Mangosauce, Szegediner Gulasch mit geräucherter Entenbrust sowie Rahmsuppe mit Wurzelgemüse. Die gastronomische Kooperation von DB und ARD-Buffet wird am 12. Dezember um 12.15 Uhr in der gleichnamigen Fernsehsendung vorgestellt. Die Rezepte aus der Aktion gibt es zum Nachkochen in der Dezember-Ausgabe des ARD-Buffet-Magazins, erhältlich im Zeitschriftenhandel. Weitere Informationen zum aktuellen Speise- und Getränkeangebot in den Fernverkehrszügen unter www.bahn.de/p/view/mobilitaet/zug/monatsaktion.shtml

"Go easy Go Bahn" - DB Museum eröffnet Sonderausstellung zu 200 Jahren Bahn & Werbung

(30.11.) NÜRNBERG - Das DB Museum in Nürnberg hat eine Sonderausstellung mit dem Titel "Go easy Go Bahn" eröffnet. Der Slogan aus den 1970er-Jahren, mit dem Jugendliche als Fahrgäste gewonnen werden sollten, ist Bestandteil einer intensiven Rückschau auf 200 Jahre Werbung für die Bahn. Über tausend Exponate, wie Plakate, Prospekte, Werbegeschenke und Filme, sind das Spiegelbild von Zeitgeist und Zeitgeschehen. Die Werbung hat eine Entwicklung vollzogen und wurde mit der aufkommenden Konkurrenz von Auto und Flugzeug in den 1920er-Jahren stark intensiviert. In der Zeit des Nationalsozialismus geriet die Werbung unter politische Vorgaben. Während die DDR-Reichsbahn es aufgrund fehlender Transportressourcen kaum nötig hatte, um Fahrgäste zu werben, musste die Bundesbahn im Westen alle Register ziehen. Die Konkurrenz anderer Verkehrsträger wuchs. Besonders typisch waren Plakate zur Imagewerbung. Einprägsame Slogans „Alle reden vom Wetter – wir nicht“ oder „Unsere Loks gewöhnen sich das Rauchen ab“ sind noch heute weithin bekannte Klassiker.

"Go easy Go Bahn" war eine der Popkultur folgende Kampagne der Bundesbahn, in der das Unternehmen neben Plakaten auch T-Shirts und Getränkedosen einsetzte, um auf sich aufmerksam zu machen. Auf Schallplatte gab es den passenden Song, und Schulklassen wurden zu Gratisfahrten in Diskozügen eingeladen. Neben dem historischen Rückblick bietet die Schau auch einen Überblick über die aktuelle Werbung der Bahn. Die Sonderausstellung ist im DB Museum Nürnberg, Lessingstraße 6, zu sehen. Sie läuft vom 30. November 2007 bis 30. März 2008 und ist dienstags bis freitags von 9 bis 17, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 4 Euro (ermäßigt 2 Euro). Ein reich bebilderter Begleitband ist zum Preis von 19,90 Euro im Museumsshop erhältlich.

Neuer Bahnsteig im Bahnhof Ober-Ramstadt fertig gestellt

(30.11.) FRANKFURT/Main - Ab kommenden Montag halten im Bahnhof Ober-Ramstadt alle Züge am neuen Mittelbahnsteig. Er wurde seit Mitte September behindertengerecht mit einer Bahnsteighöhe von 55 cm erstellt. Ausgestattet wurde er mit einer neuen Beleuchtung, Lautsprechern und einer Funkuhr. Neue Wetterschutzhäuschen mit Sitzgelegenheiten, Info-Vitrinen und eine neue Beschilderung werden in den kommenden Wochen installiert. Rund eine Million Euro wurden hier investiert. Die alten Bahnsteiganlagen sowie der provisorische Bahnsteig werden noch zurückgebaut. Im Rahmen der Modernisierung der Odenwaldbahn werden bis zum Herbst 2008 noch die Stationen Groß-Umstadt Wiebelsbach, Hainstadt und Michelstadt auf einen modernen Nahverkehrsstandard gebracht. Neben dem Bahnhof Ober-Ramstadt wurden auf der Odenwaldbahn bereits die Stationen Darmstadt Ost, Lengfeld, Erbach, Seligenstadt, Groß-Umstadt, Höchst, Mümling-Grumbach, Reinheim, Bad König und Bad König Zell modernisiert. Für die Stationsumbauten werden über 16 Millionen Euro investiert. Die Kosten teilen sich Bund, Land, RMV, die Kommunen und die Bahn.

SBB rüstet Automaten mit neuer Software aus

(30.11.) BERN - In den nächsten Monaten rüstet die SBB ihre 1100 Ticketautomaten mit einer neuen Software aus. Die neue Software bringt den Kundinnen und Kunden noch mehr Benutzerfreundlichkeit und einen schnelleren Zugriff auf die gewünschten Fahrscheine. Bereits heute sind rund 400 Automaten in der ganzen Schweiz umgerüstet. Die Erfahrung zeigt, dass die neue Software zuverlässig funktioniert und die Kunden nach einer kurzen Angewöhnungszeit mit der angepassten Benutzerführung ihr Ticket schneller lösen können. Die Umstellung auf die neue Software ermöglicht der SBB eine Vereinheitlichung innerhalb der Online-Verkaufssysteme. Die neue Software bringt den Kunden zahlreiche Vorteile: So werden die Benutzer beim Kauf aktiv auf mögliche Alternativ- oder Zusatzangebote hingewiesen. Zudem wird standardmäßig angezeigt, wann sich an Stelle eines normalen Billetts eine Tageskarte lohnen würde. Zudem werden auf dem Einstiegsbildschirm laufend die meistverkauften Destinationen angezeigt, was den schnelleren Zugriff auf die beliebtesten Billette am betreffenden Bahnhof ermöglicht. Die neue Benutzerführung wurde mit über 1000 Personen erfolgreich getestet. Die neue Eingabemaske bietet auch für Personen mit einer Sehschwäche einen verbesserten Kontrast. Auf www.sbb.ch/billettautomat ist eine Demoversion der neuen Automatenoberfläche verfügbar; hier besteht die Möglichkeit, mit dem Automaten zu üben.

Im Maas-Rhein-Lippe-Netz wird "geFLIRTet"

(29.11.) BERLIN - Angel Trains International (ATI) bestellt bei der Stadler Pankow GmbH 18 Fahrzeuge des Typs FLIRT (Flinker Leichter Innovativer Regionaltriebzug) für Strecken im Maas-Rhein-Lippe-Netz, davon vier 4-teilige und vierzehn 5-teilige Fahrzeuge. Die Rhenus Keolis GmbH & Co. KG, Mainz, wird mit den neuen Fahrzeugen auf den Strecken des "Maas-Rhein-Lippe-Netzes" Düsseldorf - Oberhausen - Dortmund - Hamm ("Rhein-Emscher-Express") und Venlo (NL) - Mönchengladbach - Düsseldorf - Hagen - Hamm ("Maas-Wupper-Express") zum Fahrplanwechsel 2009 für 16 Jahre den Fahrgastbetrieb aufnehmen. Damit wird erstmalig ein FLIRT im grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Deutschland und den Niederlanden zum Einsatz kommen. Die Fahrzeuge mit einem Wert von ca. Eueo 85 Mio. wurden von Angel Trains International, London, erworben. Mit dieser Bestellung erhöht sich die Zahl der bei Stadler bestellten FLIRT auf 400. Davon wurden über 100 an Betreiber in Deutschland verkauft. Die Auftragserteilung ist ein weiterer Erfolg für Stadler in Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen hat sich mit dem FLIRT in allen vier zurückliegenden Ausschreibungsverfahren durchgesetzt und mit den 2- bis 5-teiligen Ausführungen eindrucksvoll die Variabilität des Fahrzeugkonzeptes unter Beweis gestellt. Alle Fahrzeuge in NRW sind untereinander kuppelbar und traktionsfähig.

Die 4-teiligen Fahrzeuge erhalten 221 Sitzplätze (davon 32 in der 1. Klasse), ein barrierefreies WC und in jedem Einstiegsbereich ein Mehrzweckabteil zur Beförderung von Fahrrädern, Kinderwagen und großem Gepäck. Die 5-teiligen Fahrzeuge verfügen über 273 Sitzplätze (davon ebenfalls 32 in der 1. Klasse) sowie ein barrierefreies und ein weiteres WC. Mit einer Doppeltraktion, bestehend aus 4- und 5-teiligem FLIRT, stehen in der Spitzenlastzeit fast 500 Sitzplätze und 500 Stehplätze zur Verfügung. Darüber hinaus deckt der FLIRT die Bedürfnisse von mobilitätseingeschränkten Reisenden breit ab. Neben der Erfüllung der EU-Normen gemäß TSI PRM (Technical Specification for Interoperability of People with Reduced Mobility) verfügen die Fahrzeuge der FLIRT-Familie über einen völlig ebenen Einstiegsbereich und Zugang zum Mehrzweckbereich sowie über einen barrierefreien Zutritt zum WC und über stufenlose Übergänge zwischen den Wagenteilen. Im Weiteren sind die Fahrzeuge mit Spaltüberbrückungen sowie tief liegenden Schiebetritten, einer Videoinnenraumüberwachung und 17“-Monitoren für das Fahrgastinformationssystem ausgerüstet.

DB modernisierte für 27 Millionen Euro den Streckenabschnitt Donauwörth - Treuchtlingen

(29.11.) DONAUWÖRTH - Am Dienstag, 27. November hat die DB die Bauarbeiten zwischen Treuchtlingen und Donauwörth planmäßig nach einer rund siebenmonatigen Bauzeit abgeschlossen. Die Züge fahren nun wieder uneingeschränkt. Die Bauarbeiten fanden in mehreren Phasen jeweils für einige Wochen statt. Insgesamt wurden für die Modernisierungsarbeiten in diesem Jahr rund 27 Millionen Euro investiert. So wurde die Voraussetzung für einen schnellen und pünktlichen Zugverkehr und mehr Fahrtkomfort geschaffen. Rund 14 Kilometer Gleis wurden zwischen Donauwörth und Mündling modernisiert. Dabei wurden nicht nur die Schienen und Schwellen ausgetauscht, sondern auch das Gleisbett erneuert und eine Planumsschutzschicht eingebaut. Gleichzeitig wurden die Brückenschwellen an der Wörnitzbrücke erneuert. Vom 1. November bis 27. November wurden auf rund vier Kilometern zwischen Ottingen-Weilheim und Fünfstetten die Gleise erneuert sowie das Gleisbett stabilisiert und gereinigt. Insgesamt wurden ca. 30.000 Meter Schienen neu verlegt, 25.000 neue Schwellen eingebaut und 70.000 Tonnen Schotter gereinigt und ergänzt.

Berlin: Verkehrsverbund fordert Ausschreibung der Nord-Süd-Bahn

(29.11.) BERLIN - Der Chef des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg, Hans-Werner Franz, hat den Senat einem Bericht des "Tagesspiegel" aufgefordert, den Betrieb der S-Bahn auf den Nord-Süd-Strecken in einem Wettbewerb auszuschreiben. Je nach Vorgaben könne das Land dann innerhalb von zehn Jahren zwischen 88 Millionen Euro und 196 Millionen Euro sparen, ist Franz überzeugt. Da die S-Bahn eines der größten Unternehmen im Verkehrsverbund sei, wäre nach einer Ausschreibung ein langsamerer Anstieg der Fahrpreise denkbar, sagte Franz dem "Tagesspiegel". Und der Senat könnte seinen Zuschuss erheblich verringern. Wenn der künftige S-Bahn-Betreiber Neubaufahrzeuge einsetzen sollte, könnten nach VBB-Berechnungen bei einer Vertragslaufzeit von zehn Jahren insgesamt 88 Millionen Euro gespart werden, beim Einsatz von Gebrauchtfahrzeugen sogar 196 Millionen Euro. Der Verkehrsvertrag der S-Bahn mit dem Senat läuft bis Ende 2017. Im Dezember 2013 könnten aber die Nord-Süd-Strecken von einem anderen Betreiber übernommen werden, wenn sich dieser in einer Ausschreibung, die der Vertrag ausdrücklich zulässt, durchsetzen würde.

"Clever unterwegs": Grundschüler entdecken die Welt

(29.11.) BERLIN - Stimmt es, dass ein ICE im Schnitt einmal im Monat rund um die Erde fährt? Welche Geschichten erzählt ein Container? Antworten auf diese und andere Fragen rund um die DB finden Kinder spielerisch mit der zweiten Auflage von "Clever Unterwegs". Die 48-seitige Broschüre der DB und der Stiftung Lesen - erstmals 2002 erschienen - wurde jetzt komplett überarbeitet und bietet Lehrkräften kreative Ideen für den Unterricht. Neben bewährten Themen wie "Berufe bei der Deutschen Bahn AG" oder "Rechnen mit dem Fahrplan" präsentiert das neue Heft zusätzlich spannende Aufgabenfelder zu Transport und Logistik. Neu ist auch der besonders umfassende Informationsteil für Lehrkräfte: Auf sechs Seiten sind methodische und didaktische Hinweise zu den einzelnen Arbeitsblättern zu finden. Weitere Hilfestellung geben Lesetipps und ein Serviceteil mit nützlichen Adressen. Die Broschüre trifft derzeit deutschlandweit in allen Grundschulen ein sowie bei den Mitgliedern des Lehrerclubs "Ideenforum Schule" der Stiftung Lesen. Sie ist außerdem im Internet zu bestellen auf der Seite http://www.stiftunglesen.de/cleverunterwegs.

Hamburger Hbf Wandelhalle und Südsteg erstrahlen in weihnachtlichem Glanz

(29.11.) HAMBURG - Zum Ersten Advent wird die neue Weihnachtsbeleuchtung der Wandelhalle und des Südstegs im Hamburger Hauptbahnhofs erstrahlen. Reisende und Besucher können sich auf ein einzigartiges Konzept der Weihnachtsdekoration freuen. Wer am Hauptbahnhof ankommt, betritt das Tor zur "Welt-Hamburg". Dieser Gedanke führte das die Werbegemeinschaft Hamburg Hbf, das Centermanagement der Wandelhalle und die DB zu der Idee, im Rahmen der neuen gemeinsam durchgeführten Weihnachtsdekoration, eine eigene Hamburg-Weltkugel zu erschaffen, eine imposante Kugel mit rund sieben Metern Durchmesser. Sie wird mitten in einem Sternenhimmel in der bis zu 21 Meter hohen Hallenkuppel der Wandelhalle am Ausgang Glockengießerwall hängen. Auf der Seite zur Kirchenallee werden bis zum Fahrplanwechsel am Zweiten Advent drei weitere Kugeln mit einem Durchmesser zwischen drei und fünf Metern die Städte Berlin, Frankfurt und Kopenhagen symbolisieren. Sie stehen für die zahlreichen guten Zugverbindungen von und nach Hamburg, insbesondere für die neue ICE-Verbindung nach Dänemark.

Die überdimensionalen Kugeln bestehen aus einer Metallkonstruktion, die mit einer weiß-blauen Glitzeroberfläche beschichtet sind. Zweifarbige LED-Lichtpunkte schaffen einen weihnachtlichen Lichterglanz. Die wichtigsten Wahrzeichen der jeweiligen Städte werden mit mehrfarbigen Lichtschläuchen dargestellt. So finden sich auf der "Welt-Hamburg" zum Beispiel die Köhlbrandbrücke, der Michel und die Alster mit dem Alsterweihnachtsbaum wieder. Um das ständige Pulsieren und die Dynamik der Stadt Hamburg aufzuzeigen, wird sich die Kugel drehen. Neben den Städtewelten werden insgesamt 600 Sterne, über 150.000 Lichtpunkte und bis zu zwölf Meter hohe Lichtvorhänge die Wandelhalle und den Südsteg hell erleuchten und für eine warme und besinnliche Weihnachtsstimmung sorgen. Reisende, Besucher und Kunden des Hamburger Hauptbahnhofes sind eingeladen, die imposante Weihnachtsatmosphäre zu erleben und ihre Einkäufe in festlicher Stimmung zu genießen.

AVV reagiert auf Bahnchaos - Zahlungen an DB eingestellt

(28.11.) AACHEN - Nachdem der Bahnverkehr im Gebiet des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) bereits seit mehreren Monaten durch Betriebsstörungen, Baumaßnahmen und Streik massiv beeinträchtigt wird, kam es am Dienstag, den 27. November, zeitweilig fast zu einem völligen Stillstand des Bahnbetriebes in der Aachener Region. Viele Tausend Pendler warteten vergeblich auf ihre Züge oder erreichten nur mit erheblicher Verspätung ihre Arbeitsstelle. Ursache für das Bahnchaos war die Umstellung der Zugleit- und Sicherungstechnik auf ein neu eingerichtetes elektronisches Stellwerk in Aachen, welche bereits in den vergangenen Tagen zu vielen Zugausfällen geführt hatte.

Die Geschäftsführung des Aachener Verkehrsverbundes hat gegenüber der Geschäftsführung der DB Regio NRW GmbH am Dienstag, den 27. Novmeber, die sofortige Einstellung sämtlicher Zahlungen des AVV an die DB erklärt. Der Zahlungsstopp soll solange aufrecht erhalten werden, bis ein geordneter, den vertraglich vereinbarten Qualitätserfordernissen entsprechender Schienenpersonennahverkehr in der Aachener Region wieder stattfindet. Gleichzeitig ist die DB Regio NRW GmbH aufgefordert worden, unverzüglich eine geregelte Erstattung der Fahrpreise vorzunehmen und darüber hinaus insbesondere für die Dauerkunden im Rahmen einer Kulanzregelung einen angemessenen Ausgleich für die Unannehmlichkeiten der letzten Wochen - ohne bürokratisches Beantragungsverfahren - vorzunehmen. Der Hauptvorwurf des AVV richtet sich gegen die DB Netz AG, die es versäumt habe, bei einer derart komplexen technischen Umstellung ausreichende Vorkehrungen für den Fall des Versagens der neuen Technik getroffen zu haben.

Countdown: "Mittelfranken-Bahn" startet in 12 Monaten

(28.11.) NÜRNBERG - DB Regio Mittelfranken wird vom Dezember 2008 an sechs Dieselzugstrecken rund um Nürnberg mit modernen Fahrzeugen betreiben. Der Freistaat Bayern hatte 2005 den Zuschlag für das so genannte Dieselnetz Nürnberg erteilt. Es handelt sich dabei um die Bahnstrecken Nürnberg - Fürth - Siegelsdorf - Neustadt (Aisch) / Markt Bibart, Neustadt (Aisch) - Bad Windsheim - Steinach (b. Rothenburg) - Rothenburg o. d. Tauber, Nürnberg - Fürth - Siegelsdorf - Markt Erlbach (Zenngrundbahn), Fürth - Cadolzburg (Rangaubahn), Nürnberg Nordost - Eschenau - Gräfenberg (Gräfenbergbahn) sowie Nürnberg - Lauf (r. d. Pegnitz) - Hersbruck (r. d. Pegnitz) - Neuhaus (Pegnitz)/ Simmelsdorf-Hüttenbach. Als "Mittelfranken-Bahn" geht das neue Regionalbahnkonzept in einem Jahr an den Start. Regio Mittelfranken hat in den letzten Monaten nach einem Marktennamen gesucht, Fahrgäste, Mitarbeiter und Kommunen befragt. Favorit ist der Name "Mittelfranken-Bahn", für den 38 Prozent der befragten Personen gestimmt haben.

Das Auftragvolumen der "Mittelfranken Bahn" für beträgt mehr als drei Millionen Zugkilometer pro Jahr. Dazu hat DB Regio Bayern 27 moderne Dieseltriebzüge der Baureihe VT 648 und Elektrotriebzüge vom Typ "Lirex" bestellt. Mit den neuen Dieseltriebzügen und Elektrotriebzügen wird sich der Komfort für die Reisenden verbessern. Die Sitzlandschaft in den Fahrgasträumen ist zeitgemäß und transparent, so dass der ganze Zug überblickt werden kann. Es sind klimatisierte Großraumabteile mit Vis-a-vis und Reihenbestuhlung sowie Mehrzweckabteile vorhanden, eine behindertengerechte Toilette und ein modernes Fahrgastinformationssystem gehören ebenfalls zur Ausstattung der Baureihe 648. Ebenfalls wird das Fahrplanangebot der "Mittelfranken-Bahn" optimiert. Diese gewonnene Ausschreibung trägt auch zur Sicherung der rund 900 Arbeitsplätze bei DB Regio Mittelfranken bei. Dazu zählen Triebfahrzeugführer, die Kundenbetreuer im Zug, das Werkstattpersonal und Mitarbeiter in der Verwaltung.

DB verkauft so viele BahnCards wie nie zuvor

(28.11.) BERLIN - Die BahnCard ist auf Erfolgskurs. Wie die DB am Dienstag mitteilte, haben nie zuvor so viele Fahrgäste die Kundenkarte der DB genutzt wie heute. "3,9 Millionen Bahnkunden besitzen jetzt die BahnCard, das sind 300.000 mehr als noch vor einem Jahr", so Nikolaus Breuel, Vorstandsvorsitzender der DB Fernverkehr AG. "Diese Entwicklung werden wir fortsetzen. Deshalb planen wir auch für das kommende Jahr ein Wachstum um 300.000 Karten." Aus diesem Grund baut die Bahn das Kundenbindungsprogramm bahn.bonus deutlich aus. Zum 1. Dezember wird die Anzahl der Prämien auf über 80 verdoppelt. Zu den neuen Angeboten gehören Freifahrten mit der Bahn ins Ausland, Wellnesswochenenden, Weinseminare sowie Urlaubsflüge auf die Balearen und die Kanaren. Erstmals können bahn.bonus-Punkte bei externen Partnern wie Hotels und Autovermietern gesammelt werden. Das Programm bahn.bonus hat seit seinem Start am 1. Dezember 2005 zum wachsenden Erfolg der BahnCard beigetragen. Über die Hälfte aller BahnCard-Besitzer - insgesamt rund zwei Millionen - nehmen heute an dem Programm teil. Allein dieses Jahr hat sich die Anzahl der Teilnehmer verdoppelt. Grundsätzlich gilt: Pro Euro Umsatz wird ein Prämienpunkt auf das Konto gutgeschrieben. Selbst für Kunden, die nur wenig Zug fahren, lohnt sich das Sammeln. Denn die einmal erworbenen Bonuspunkte bleiben drei Jahre lang gültig. Weitere Informationen zum bahn.bonus-Programm sind unter www.bahn.de/bahnbonus erhältlich.

Mit der im September angekündigten Preiserhöhung bei der DB zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember werden auch die BahnCards teurer. So steigen die Kosten für die Bahn-Card-25 in der 2. Klasse von 53 Euro auf 55 Euro pro Jahr. Die Bahn-Card-50 kostet künftig in der zweiten Klasse 220 statt 212 Euro. Die Bahn-Card-100 liegt bei 3500 statt 3400 Euro (2. Klasse) und bei 5900 statt 5700 Euro in der 1. Klasse. Als Grund hatte der Konzern höhere Personal- und Energiekosten sowie die allgemeine Teuerung angeführt. Die Preise für Einzelfahrscheine und Zeitkarten in der 2. Klasse sollen um durchschnittlich 2,9 Prozent erhöht werden.

Schnelle Einigung über neue Bahn-Lohnstruktur angestrebt

(28.11.) BERLIN - Die DB und die Gewerkschaften Transnet und GDBA wollen sich nach monatelangen Verhandlungen jetzt schnell auf eine neue Lohnstruktur verständigen. Eckpunkte für die neue Struktur könnten bis zum Wochenende stehen, erklärten Gewerkschaft und Bahn übereinstimmend. Mit Blick auf die Lokomotivführergewerkschaft GDL sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn am Dienstag, diese könne einen Abschluss mit Transnet und GDBA nicht in Frage stellen. Vor den Verhandlungen mit der GDL am kommenden Montag sei er "optimistisch, dass es weitergehen wird". Die Bahn habe allen drei Gewerkschaften ein Paket mit einem Volumen von etwa 100 Mio. Euro angeboten. Eine Verständigung über eine neue Struktur stehe nicht unter dem Vorbehalt einer Tarifeinigung mit der GDL. Das Angebot, das die Bahn der GDL für die Lokführer gemacht habe, "entspricht dem, was wir mit der Transnet heute besprechen". Bei den Verhandlungen mit Transnet und GDBA gehe es «aber um alle Berufsgruppen", sagte Mehdorn. Transnet-Chef Norbert Hansen erwartet durch das neue System, dass eine gerechtere Bezahlung der verschiedenen Berufsgruppen bei der Bahn gewährleisten soll, mittelfristig zwischen 10 und 20 Prozent höhere Einkommen für die Beschäftigten.

Die GDL brachte derweil erneut die Möglichkeit ins Spiel, die Lokführer in eine eigene Gesellschaft auszulagern, um sie dort deutlich besser als bisher zu bezahlen. Der GDL-Bezirksleiter für Berlin, Sachsen und Brandenburg, Hans-Joachim Kernchen, sagte im Inforadio des RBB, eine eigene Beschäftigungsgesellschaft für die Lokführer sei "eine Option". Eine eigene Gesellschaft für Lokführer und Lokomotiven gab es zwischen 1994 und 1998, sie firmierte damals als Geschäftsbereich "Traktion". Unterdessen lehnten Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Kanzleramtsminister Thomas de Maizière ab, sich bei den Verhandlungen zwischen Bahn und GDL als Moderator einzuschalten. "In Deutschland ist es nun mal so, dass die Tarifpartner die Verantwortung für die Tarifkonflikte tragen. Politik ist nie gut beraten, sich in die Verhandlungen einzumischen", sagte Tiefensee dem Radiosender MDR Info.

Bahnhof Hämelerwald nach Umbau feierlich eröffnet

(28.11.) HANNOVER - Der Umbau und die umfassende Modernisierung des Bahnhofs in Hämelerwald an der Bahnstrecke Hannover - Braunschweig - Magdeburg sind abgeschlossen. Mit einem Festakt wurde der modernisierte Bahnhof am Dienstag feierlich in Betrieb genommen. Der Bau des neuen Fußgänger- und Radfahrertunnels und die Erhöhung der Bahnsteige machen die Nutzung des Bahnhofs künftig auch für mobilitätseingeschränkte Reisende problemlos möglich. Aus dem Tunnel heraus ist der Mittelbahnsteig über eine Rampe barrierefrei zu erreichen. Die alte Fußgängerbrücke wurde abgebaut. Die kundenfreundliche Ausstattung der Bahnsteige entspricht den heutigen Anforderungen an eine moderne Bahnstation. Die beiden Bahnsteige des Bahnhofs sind jeweils 210 Meter lang. Mit einer Höhe von 76 Zentimetern ist ein bequemer Ein- und Ausstieg in die modernen Nahverkehrsfahrzeuge möglich. Leitstreifen im neuen Bahnsteigbelag erleichtern Sehbehinderten die Orientierung. Auf beiden Bahnsteigen wurden transparente, gut einsehbare und beleuchtete Wetterschutzhäuser, beleuchtete Informationsvitrinen, Zugzielanzeiger, neue Beleuchtung und Funkuhren installiert.

Die Kosten für den Bau des Fußgänger- und Radfahrertunnels, für den Rückbau des Bahnübergangs und der Fußgängerbrücke und die behindertengerechte Modernisierung der Bahnsteige im Bahnhof Hämelerwald betragen rund 7 Millionen Euro. An den Kosten haben sich Stadt, Bund, Land und Bahn beteiligt. Der Spatenstich für den Bahnhofstunnel war im Mai 2006, Inbetriebnahme im Juli 2007, die Umbauarbeiten an den Bahnsteigen wurden im Juni dieses Jahres begonnen. Mit dem Abschluss der Arbeiten in Hämelerwald läuft das erfolgreiche Bahnhofsmodernisierungsprogramm "Niedersachsen ist am Zug!" aus. Durch dieses Programm war es der DB möglich, mehr als jede zweite Bahnstation in Niedersachsen mit finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen, des Bundes, der Region Hannover und des Zweckverbandes Großraum Braunschweig umzubauen und an die heutigen Bedürfnisse der Fahrgäste anzupassen. Insgesamt wurden in den zurückliegenden vier Jahren fast 100 Millionen Euro in die Modernisierung niedersächsischer Bahnstationen investiert.

Angel Trains ordert 35 Bombardier TRAXX-Lokomotiven

(28.11.) BERLIN - Angel Trains, das paneuropäische Leasingunternehmen zur Vermietung von Schienenfahrzeugen, hat Bombardier Transportation mit der Lieferung von 35  Bombardier  TRAXX-Lokomotiven beauftragt. Bei der Order handelt es sich um eine zusätzliche Option des im März 2005 geschlossenen Rahmenvertrags und damit um einen weiteren Großauftrag des privaten Bahnsektors. Angel Trains wird B-Cargo, dem Schienengüterverkehrsunternehmen der belgischen Staatsbahn SNCB, zusammen mit fünf zuvor bestellten TRAXX-Lokomotiven desselben Typs insgesamt 40 Einheiten zum Leasing anbieten. Gleichzeitig schloss die SNCB mit Bombardier Transportation einen Wartungsvertrag für die 40 Loks über zehn Jahre ab. Der Vertrag umfasst sowohl präventive Wartungsmaßnahmen als auch Instandsetzungsarbeiten und die komplette Versorgung mit Ersatzteilen. Während Bombardier die Planung und die fachliche Anleitung der Wartungsdienstleistungen verantwortet, übernehmen SNCB-Mitarbeiter die Durchführung der Arbeiten in den jeweiligen Servicestandorten der belgischen Staatsbahn. Die Besonderheit dieses so genannten "Wetleasing"-Vertrags (Fahrzeugleasing inklusive Wartung) liegt darin, dass die SNCB die Lokomotiven zwar von Angel Trains mietet, Bombardier jedoch sowohl die Lieferung als auch die Wartung übernimmt. Der Gesamtauftragswert für die 40 Loks (inklusive der fünf zuvor bestellten Fahrzeuge) und den Wartungsvertrag beträgt rund 175 Millionen Euro.

Zum Einsatz kommen die neuen Elektroloks im grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Deutschland, Österreich, Belgien und den Niederlanden. Durch die Plattformstrategie und die modulare Bauweise der TRAXX-Fahrzeugfamilie wird ein hoher Prozentsatz gemeinsamer Komponenten erreicht. Das macht nicht nur eine individuelle Endkonfiguration der Loks gemäß des jeweiligen Einsatzbereichs und der Infrastruktur möglich, sondern auch einen besonders wirtschaftlichen Einsatz in ganz Europa. An der Produktion der Loks sind mehrere Standorte des Bombardier-Fertigungsverbunds beteiligt. Während die Endmontage in Kassel stattfindet, erfolgt die Produktion der Rohkarosserie im polnischen Wrocław und die Drehgestellfertigung in Siegen. Die Standorte Mannheim und Hennigsdorf liefern schließlich das zuverlässige und energieeffiziente Antriebs- und Steuerungssystem Bombardier MITRAC zu.

Vorerst keine neuen Streiks: GDL will auf Grundlage des Bahnangebots wieder verhandeln

(27.11.) BERLIN - Bei der DB wird es vorerst zu keinen neuen Streiks kommen. Am nächsten Montag (03. Dezember) wollen sich DB und GDL zu Verhandlungen treffen. Dabei soll nach GDL-Angaben in erster Linie Klarheit über den Begriff eines eigenständigen Tarifvertrags geschaffen werden, an dem die GDL nach wie vor festhält. Während der Verhandlungen gilt Friedenspflicht, Streiks sind also bis mindestens einschließlich kommenden Montag ausgeschlossen. Allerdings drohte die Gewerkschaft bereits an, dass sie für den Fall, dass die DB am kommenden Montag keine Verbesserungen nachreiche, die Verhandlungen umgehend wieder beende. Dann dürfte die Gewerkschaft auch wieder zu Streiks aufrufen, da die Friedenspflicht dann beendet wäre. Die DB hatte der GDL am vergangenen Mittwoch ein neues Angebot vorgelegt. Darin ist ein eigenständiger Tarifvertrag lediglich innerhalb eines gemeinsamen Tarifwerks mit den anderen Bahn-Gewerkschaften vorgesehen. Schell bezeichnete dies am Montag als "Mogelpackung". Die DB-Personalvorstand Margret Suckale sagte dagegen, der Tarifvertrag füge sich "konflikt- und widerspruchsfrei in das Tarifwerk der Deutschen Bahn ein, so wie es im Moderationsergebnis ausdrücklich festgelegt worden ist. Auf diese Weise bleibt einerseits die Tarifeinheit in unserem Unternehmen erhalten und es wird andererseits den Anliegen der Lokführer Rechnung getragen. Die GDL kann in diesem Rahmen für alle Lokführer selbstständig verhandeln, abschließen und auch eigenständig kündigen."

Daneben beinhaltet die Offerte der DV eine Einkommenserhöhung von 8 bis 13 Prozent. Nach den Worten von Bahn-Personalvorstand Margret Suckale sieht dieses Einkommensverbesserungen zwischen acht und 13 Prozent vor. Demnach sollen die Lokführer bei gleicher Arbeitszeit zunächst die bereits mit den anderen Bahn-Beschäftigten vereinbarten 4,5 Prozentpunkte mehr Lohn erhalten. Zusätzlich solle es eine einprozentige Erhöhung auf allen Stufen der Gehaltsstruktur geben. Weitere 2,5 Prozentpunkte erhielten sie durch höhere Zulagen. Zusätzlich 5 Prozentpunkte Lohnerhöhung sollen Lokführer erhalten, die sich zu zwei Stunden Mehrarbeit pro Woche verpflichten. Schell kritisierte daher auch die Entgelterhöhung als "Täuschung".

S-Bahn Stuttgart: Noch drei Interessenten

(27.11.) STUTTGART - An dem Wettbewerb um den Betrieb der S-Bahn in der Region Stuttgart beteiligen sich noch drei Unternehmen. Ein international tätiges Verkehrsunternehmen habe sich wegen derzeit anderweitig gebundener Ressourcen für die Erstellung eines präzisen Angebots aus dem Verfahren zurückgezogen, teilte der Verband Region Stuttgart am Montag mit, ohne Namen zu nennen. Ein fundiertes Angebot zu erarbeiten, sei eine personalintensive Aufgabe, die mit einem großen Aufwand verbunden sei, erläutert Regionaldirektor Dr. Bernd Steinacher. "Insofern ist es nicht ungewöhnlich, dass Interessenten von einem Wettbewerb Abstand nehmen. Wir haben deshalb Verständnis, dass es unternehmerische Überlegungen gibt, andere Schwerpunkte zu setzen, und einen Wettbewerb nicht weiter zu verfolgen", so Dr. Steinacher. Das Unternehmen habe betont, dass nicht Verfahrensgründe, sondern eine reine unternehmerische Entscheidung für den Rückzug ausschlaggebend gewesen seien. Für das laufende Verfahren bedeute dies keinen Qualitätsverlust, da noch drei potente Interessenten im Rennen seien, darunter Keolis Deutschland GmbH & Co KG und Veolia Verkehr Regio GmbH sowie ein weiteres Unternehmen. Im April befanden sich neben Keolis und Veolia noch die britische Arriva sowie die DB im Interessentenkreis.

Frühestens in einem Jahr wird die Regionalversammlung den künftigen Betreiber der S-Bahn in der Region Stuttgart festlegen. Er hat dann vier Jahre Zeit, um sich auf den Betrieb der S-Bahn in der Region Stuttgart vorzubereiten. Die Vertragslaufzeit für den Betrieb umfasst 15 Jahre. Mit einem Gesamtvolumen von jährlich rund 9,8 Millionen Zugkilometern und bezogen auf die Vertragslaufzeit von bis zu 2,5 Milliarden Euro handelt es sich um die bisher größte Vergabe von Schienenleistungen im Wettbewerb in Deutschland.

DB-Tochter EWS verdreifacht ab kommendem Jahr Kombinierten Verkehr durch Kanaltunnel

(27.11.) BERLIN - Die größte britische Güterbahn English Welsh & Scottish Railway Holding Limited (EWS), eine Tochtergesellschaft der DB, verdreifacht ab Januar kommenden Jahres ihre Intermodalverkehre durch den Kanaltunnel. Mit diesem neuen Verkehrsangebot zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland stockt das Unternehmen die Zahl der regelmäßigen Züge im Kombinierten Verkehr stufenweise von heute fünf auf insgesamt 14 Züge pro Woche auf. Damit verbindet EWS dann britische Industriezentren direkt mit Belgien, Deutschland und Italien. Gleichzeitig optimiert die DB AG mit dieser Angebotserweiterung den Anschluss von Großbritannien an die bestehenden DB-Transportnetze. Konkret bietet die EWS ab Januar drei Direktverbindungen pro Woche zwischen Brüssel und dem mittelenglischen Daventry, ab Februar wöchentlich sechs Verbindungen zwischen Duisburg und Manchester sowie ab März fünf Verbindungen zwischen Mailand und Manchester an.

Ziel ist es, mit dem neuen Angebot langfristig Verkehre von der Straße auf die Schiene zu verlagern und damit den Schienengüterverkehr in Westeuropa zu stärken. "Der intermodale Schienengüterverkehr im Kanaltunnel bietet ein enormes Wachstumspotenzial", so EWS-Geschäftsführer David Kerr. "Wir können damit große Mengen, die derzeit per Lkw oder Fähre transportiert werden, auf die Schiene verlagern. Das verkürzt die Wartezeiten für unsere Kunden in den Häfen und entlastet die Straßen um rund 1.000 Lkw pro Woche. Gleichzeitig profitiert die Umwelt von deutlich geringeren CO2-Emissionen."Vertrieben werden die neuen Angebote im Kanaltunnel unter der Marke Euro Cargo Rail (ECR), die sich als Tochtergesellschaft der EWS in Europa erfolgreich etabliert hat. Die EWS ist auf Wagenladungsverkehr in den Bereichen Energiewirtschaft, Industriegüter und Baumaterial spezialisiert. Mit rund 5.000 Mitarbeitern hat das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 770 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Akquisition der EWS durch die Deutsche Bahn AG ist Mitte November behördlich und juristisch vollzogen worden. Mit dem 100-prozentigen Erwerb der EWS baut die DB ihre Position als führendes internationales Mobilitäts- und Logistikunternehmen weiter aus. Mit der Integration des EWS-Leistungsangebots will die DB den Marktanteil des Schienengüterverkehrs in Europa weiter erhöhen. Die beiden Unternehmen ergänzen sich besonders in den Segmenten Industrie und Massengüter.

CBRail beauftragt Bombardier mit 15 TRAXX Lokomotiven

(27.11.) BERLIN - Bombardier Transportation hat von CBRail einen Auftrag zum Bau von insgesamt 15 BOMBARDIER TRAXX AC (Wechselstrom)- und MS (Multisystem)-Lokomotiven erhalten. Zehn Fahrzeuge davon werden mit dem hochmodernen europäischen Zugsteuerungssystem ETCS (European Train Control System) Level 2 ausgestattet. Das Leasingunternehmen CBRail vermietet Lokomotiven und Passagierzüge an Kunden auf dem europäischen Schienenverkehrsmarkt. Der aktuelle Auftrag hat ein Volumen von rund 57 Millionen Euro. Die neuen Elektroloks werden im grenzüberschreitenden Güterverkehr auf verschiedenen europäischen Strecken eingesetzt: jeweils fünf Fahrzeuge bedienen die Korridore Deutschland-Österreich-Ungarn, Deutschland-Österreich-Schweiz-Italien und Deutschland-Österreich-Belgien-Niederlanden.

An der Produktion der Loks sind mehrere Standorte des Bombardier-Fertigungsverbunds beteiligt. Während die Endmontage in Kassel stattfindet, erfolgt die Produktion der Rohkarosserie im polnischen Wrocław und die Drehgestellfertigung in Siegen. Die Standorte Mannheim und Hennigsdorf liefern schließlich das zuverlässige und energieeffiziente Antriebs- und Steuerungssystem BOMBARDIER MITRAC zu, das bereits in über 3.200 Lokomotiven im Einsatz ist. Seit 2006 hat CBRail insgesamt 61 Lokomotiven der TRAXX-Fahrzeugfamilie für den paneuropäischen Gütertransport erworben.

GDL entscheidet über neues Bahn-Angebot

(26.11.) BERLIN - Die Lokführergewerkschaft GDL entscheidet am heutigen Montag, ob sie auf Grundlage des neuen Bahnangebots in Tarifverhandlungen eintritt. In dem Fall gibt es zunächst keine weiteren Streiks, bei einer Ablehnung droht dagegen sogar ein unbefristeter Ausstand. Hauptvorstand und Tarifkommission der GDL kommen in Berlin zusammen, am Nachmittag soll die Öffentlichkeit auf einer Pressekonferenz informiert werden. Die Fronten im Tarifstreit verhärteten sich am Wochenende wieder. Für Unmut bei der GDL sorgten Äußerungen von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn zu Details des Angebots, über das die Tarifpartner Stillschweigen vereinbart hatten. Demnach ist die DB bereit, den Lokführern zwischen 8 und 13 Prozent mehr Geld zu zahlen. Weiter sagte Mehdorn: "Die Tarifeinheit der DB AG steht nicht zur Disposition." Anderen Informationen zufolge will die DB der GDL zwar einen eigenständigen Tarifvertrag anbieten, der sich aber konflikt- und widerspruchsfrei in den Gesamttarifvertrag eingliedern lässt.

Neuer Ärger droht auch von Seiten der Bahngewerkschaft Transnet, die über eine Aufspaltung in mehrere Einheiten nachdenkt, sollten Verhandlungen über eine neue Entgeltstruktur bei der Bahn scheitern. "Die Transnet könnte eine Föderation von sieben bis acht Einzelorganisationen werden, die alle eigene Tarifverträge haben", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Norbert Hansen der "Financial Times Deutschland". Zum Streit zwischen Bahn und Lokführergewerkschaft GDL sagte Hansen, zunächst müsse es zu einem Abschluss kommen. Dann werde über die Forderungen seiner Organisation entschieden. Die Gewerkschaft Transnet drohte am Wochenende außerdem mit der Blockade der neuen Dienstpläne, die bei der Bahn mit dem Wechsel zum Winterfahrplan ab 9. Dezember gelten sollen. "Wir werden es darauf ankommen lassen, dass diese Dienstpläne im schlimmsten Fall nicht umgesetzt werden können", sagte der Tarifvorstand der Gewerkschaft, Alexander Kirchner, der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe). Hintergrund sind den Angaben zufolge Klagen der Beschäftigten über unzumutbare Verschlechterungen in der Arbeitszeit und bei den Schichtdiensten. So soll mit dem Fahrplanwechsel laut Kirchner der Anteil der Schichten, die nach 24.00 Uhr enden und vor 5.00 Uhr beginnen, deutlich erhöht werden: "Mit der Folge, dass unsere Kollegen nicht mehr wissen, wie sie zu ihrem Einsatzort beziehungsweise von dort nach Hause kommen", sagte er dem Blatt. Zudem würde vor allem beim Begleit- und Servicepersonal die Zahl der auswärtigen Übernachtungen deutlich steigen.

Neu-Ulm 21 offiziell in Betrieb genommen

(26.11.) NEU-ULM - Das Eisenbahn-Großprojekt Neu-Ulm 21 ist am Samstag offiziell abgeschlossen und der neue und tiefer gelegte Bahnhof in Betrieb genommen worden. Das geschah symbolisch durch einen gemeinsamen Knopfdruck von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein, Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg und DB-Chef Hartmut Mehdorn. Nach gut vier Jahren Bauzeit ist das 160-Millionen-Euro-Projekt damit planmäßig fertig gestellt. Kern der Maßnahmen war der Umbau der bestehenden Gleisanlagen mit einer Verringerung der Gleise von sechzehn auf nur noch vier sowie der komplette Neubau eines hochmodernen Bahnhofes. Dadurch erhält die Stadt Neu-Ulm 18 Hektar Fläche für die städtebauliche Entwicklung. "Mit Neu-Ulm 21 haben wir ein wichtiges Stück der europäischen Magistrale Paris - Stuttgart - Augsburg - München - Wien fertig gestellt", sagte Mehdorn zur Eröffnung. "Weitere Projekte wie der viergleisige Ausbau Augsburg - München sowie das Neubauprojekt Stuttgart - Ulm müssen nun zügig realisiert werden, um im Wettbewerb der Verkehrsträger auch zukünftig zu punkten. Ein hoch moderner und kundenfreundlicher Bahnhof sowie städtebauliche Entwicklungschancen machen unsere Kunden sowie die Bürger von Neu-Ulm schon heute zu den eindeutigen Gewinnern des Projektes."

Durch den Rückbau nicht benötigter Gleisanlagen im Stadtgebiet, den Umzug des Containerbahnhofs nach Ulm-Nord (Dornstadt) und die Tieferlegung der Strecke im Stadtgebiet von Neu-Ulm konnten freie Flächen für städtebauliche Entwicklungen geschaffen werden. Die Tieflage der Gleise und der Bau von Schallschutzwänden auf einer Länge von über 8.000 Metern bringen darüber hinaus zusätzlichen Lärmschutz für die Anwohner. Im Zusammenhang mit dem Umbau des Bahnhofes in Neu-Ulm steht der viergleisige Ausbau der Donaubrücke. Damit konnte ein Nadelöhr beseitigt werden. Zwei Gleise für den Fern- und zwei Gleise für den Regionalverkehr führen künftig in den Ulmer Hauptbahnhof. Der Abschnitt zwischen Ulm und dem Abzweig in Richtung Kempten wurde zweigleisig ausgebaut, der Haltepunkt "Finninger Straße" wurde modernisiert. Der Zugverkehr wird über modernste Leit- und Sicherungstechnik und ein neues Elektronische Stellwerk (ESTW) gesteuert. Dadurch konnte die Streckenkapazität deutlich angehoben werden.

Bauarbeiten zur Inbetriebnahme der Gleise Südseite im Hauptbahnhof Dresden

(26.11.) LEIPZIG - Im Bereich des Dresdener Hauptbahnhofs werden bis 8. Dezember die neu gebauten Gleisanlagen auf der Südseite an die Schieneninfrastruktur des Hauptbahnhofs angeschlossen. In dieser Zeit werden drei Gleise, 12 Weichen, 12 Signale, die Leit- und Sicherungstechnik und die Oberleitungsanlagen schrittweise in Betrieb genommen. Während der Inbetriebnahmephase werden Restarbeiten beim Aufbau der Gleise in Höhe der Straßenüberführung Budapester Straße, Aufbau- und Regulierungsarbeiten der Oberleitung sowie Funktionsprüfung der Signal- und Sicherungstechnik durchgeführt. Insgesamt sind täglich mehr als 30 Fachkräfte mit der Realisierung dieser Maßnahme betraut. Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der Gleisanlagen zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember erfolgen die abschließenden Arbeiten für die im März 2008 vorgesehene Inbetriebnahme des Bahnsteigs 1.

Die Erneuerung der Tragwerke Südhalle des Hauptbahnhofs Dresden begann im November 2004 und wird im März 2008 ihren Abschluss finden. Für rund 53 Millionen Euro wurde die gesamte Infrastruktur in diesem Bereich erneuert. Ziel ist die Steigerung der Durchlassfähigkeit und die Erhöhung der Zuverlässigkeit des Zugverkehrs und des Komforts für die Kunden. Nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts im August 2006 und der damit verbundenen Inbetriebnahme der Bahnsteige 2 und 3, erfolgten weitere Bauarbeiten an den Gleisanlagen in der Südhalle. Dazu gehören unter anderem die Erneuerung der Anbindung in Richtung Dresden Altstadt und die Sanierung des Mischwasserkanals durch die Stadtentwässerung Dresden im Baufeld der Südhalle. Nach Fertigstellung der Arbeiten an den Gleisen und Bahnsteigen der Südhalle zum 31. März 2008 werden noch die bauliche Hülle der historischen Fassade zur Bayrischen Straße sowie der Gehweg entlang der Fassade im Laufe des Jahres 2008 wieder hergerichtet.

Signalmasten für neues Stellwerk kommen per Hubschrauber

(26.11.) HANNOVER - Vom 26. - 30. November stellt die DB an den Gleisen in Stadtoldendorf, Hardegsen, Uslar, Bodenfelde, Adelebsen, Holzminden, Höxter, Bad Driburg und Brakel 90 neue Lichtsignale auf. Das Besondere daran: Die Masten werden mittels Hubschrauber passgenau an die Aufstellungsorte geflogen und dort sofort verankert. Die Signale gehören zur Ausstattung der modernen Signaltechnik, die durch das zurzeit in Göttingen im Bau befindliche elektronische Stellwerk ab 2008 Anwendung findet. Jeder Lichtsignalmast wiegt rund 750 Kilogramm. Der Einsatz mit Hubschrauber erleichtert der Bahn das Bauen "unter dem rollenden Rad", da keine längeren Gleissperrungen benötigt werden. Der Zugverkehr wird nicht behindert.

Mehdorn: Kein eigenständiger Tarifvertrag für GDL

(24.11.) NEU ULM - Trotz des vereinbarten Stillschweigens hat sich DB-Chef Hartmut Mehdorn am Samstag am Rande der Feierlichkeiten zur Eröffnung des neuen Bahnhofs von Neu-Ulm (Bericht zur Bahnhofseröffnung folgt am Montag) gegenüber dem "Bayerischen Rundfunk" zu Inhalten des neuesten Tarifangebots an die Lokführergewerkschaft GDL geäußert. Demnach beinhaltet das Angebot Einkommenserhöhungen zwischen 8 und 13 Prozent. Ein eigenständiger Tarifvertrag ist Mehdorns Worten zufolge nach wie vor nicht vorgesehen. "Wir werden die Tarifeinheit in der DB nicht verhandeln", sagte der DB-Chef. Hans-Joachim Kernchen, Vorsitzender des GDL-Bezirks Berlin-Sachsen-Brandenburg, reagierte verärgert auf die Aussagen Mehdorns. "Mir wäre lieber gewesen, er hätte den Mund gehalten. Wozu haben wir Stillschweigen vereinbart?", sagte er. Sollte dies tatsächlich bedeuten, dass der Konzern weiterhin den Lokführern keinen eigenständigen Tarifvertrag anbieten wolle, werde die GDL nicht verhandeln. GDL-Sprecher Maik Brandenburger wollte die Aussagen Mehdorns nicht kommentieren. Die GDL werde sich am Montag dazu äußern. Es habe ihn aber "überrascht", dass Mehdorn trotz des vereinbarten Stillschweigens Inhalte preisgebe.

Startschuss für neuen Umschlagbahnhof Nürnberg

(24.11.) NÜRNBERG - Mit einem symbolischen Spatenstich erfolgte am Freitag der offizielle Startschuss für den Neubau des Umschlagbahnhofes im Nürnberger Hafen. Die neue Anlage ist laut DB dringend erforderlich, da die bisherige an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt ist. Insgesamt investieren Bund und Bahn rund 28 Millionen Euro in den neuen Umschlagbahnhof. Anfang 2009 sollen die ersten Container verladen werden. Allein im vergangenen Jahr wuchs der Schienengüterverkehr um über elf Prozent und auch in diesem Jahr werden vergleichbare Steigerungsraten erwartet. Auf der neuen Anlage im Nürnberger Hafen werden zwei schienenfahrbare Containerportale erstellt, die dann bis zu 60 Ladeeinheiten pro Stunde umsetzen können. Jeder der beiden Hochleistungskräne kann bis zu 41 Tonnen heben und wird jeweils drei Abstellspuren für Ladeeinheiten, eine Fahr- und Ladespur für Lastwagen sowie vier 700 Meter lange Umschlaggleise und zwei Zugbildungsgleise überspannen. Täglich können dann bis zu 1.640 Ladeeinheiten umgeschlagen werden. Darüber hinaus plant der Hafen Nürnberg die Infrastruktur im Hafen und die Anbindung weiter zu entwickeln.

Im direkten Zusammenhang mit dem Neubau des Umschlagbahnhofes stehen weitere Projekte im Großraum Nürnberg an. So entsteht auf den frei werdenden Flächen des heutigen Containerterminals ein neues Werk von DB Regio für die Wartung und Instandhaltung von Triebfahrzeugen. Darüber hinaus realisiert die Deutsche Bahn derzeit den viergleisigen Ausbau der Strecke Nürnberg-Fürth, ertüchtigt den Knoten Fürth und plant den Ausbau der Güterzugstrecke Nürnberg-Rangierbahnhof - Eltersdorf mir einem Tunnel. Nimmt man den Ausbau des Nürnberger S-Bahn Netzes hinzu, wird in den nächsten Jahren rund eine Milliarde Euro in die Infrastruktur im Großraum Nürnberg investiert.

"Adler" ins Bahn-Museum zurückgekehrt

(24.11.) NÜRNBERG - Die bei einem Brand stark beschädigte historische Dampflokomotive "Adler" ist nach ihrer Restaurierung wieder ins Nürnberger Bahnmuseum zurückgekehrt.  In einem Zeitraum von acht Monaten hatten Spezialisten des DB Dampflokwerks Meiningen die Lokomotive und drei Personenwagen wieder betriebsfähig hergestellt. Die Kosten für das Projekt beliefen sich auf rund eine Million Euro. Am Freitag Vormittag erreichten die Fahrzeuge auf dem Schienenweg das DB Museum Nürnberg. Auf dem Freigelände wurden die historischen Fahrzeuge von den Spezialwaggons abgeladen und anschließend in die Fahrzeughalle des Hauptgebäudes rangiert. Hunderte Menschen folgten der Einladung der DB und verfolgten das Ereignis mit.

Bereits kurz nach dem Brand hatte der Vorstand der DB entschieden, die im Jahr 1935 nachgebaute fahrfähige Lokomotive und ihre Wagen originalgetreu zu restaurieren. Das Original des "Adlers" eröffnete 1835 das Eisenbahnzeitalter in Deutschland auf der sechs Kilometer langen Strecke von Nürnberg nach Fürth.

Neue Röhre des Buschtunnels in Aachen fertig gestellt

(24.11.) AACHEN - Nach gut drei Jahren Bauzeit wurde am Freitag die über 700 Meter lange neue Röhre des Buschtunnels feierlich in Betrieb genommen. Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 50 Millionen Euro ist der Bau der neuen Röhre eines der größten Schienenprojekte in Nordrhein-Westfalen. Der Buschtunnel ist Bestandteil der Ausbaustrecke Köln - Aachen-Grenze und hat damit internationale Bedeutung im Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Deutschland und Belgien. Der Streckenabschnitt Aachen - Grenze wird mit dieser Maßnahme auf die künftige Geschwindigkeit von 160 km/h ausgelegt. "Mit der Inbetriebnahme der neuen Röhre des Buschtunnels ist einer der letzten Engpässe auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Lüttich, Aachen und Köln beseitigt. Dieses Projekt ist ein eindrucksvoller Beleg, dass die Eisenbahnen in Europa immer weiter zusammenwachsen. Angesichts zunehmender internationaler Verkehre ist dies von immens hoher Bedeutung. Schließlich geht es darum, in Europa langfristig mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern", sagte Oliver Kraft, Vorstand Produktion der DB Netz AG.

Im Bereich des Neuen Buschtunnels sowie im Einschnitt vor dem Tunnel auf der "Aachener" Seite wurde ein schotterloser Oberbau, die so genannte "Feste Fahrbahn", eingebaut, die bereits auf der Schnellfahrstrecke Köln - Rhein/Main erfolgreich eingesetzt wird. Diese Maßnahme erleichtert zukünftig die Wartung der Gleise auf der Ausbaustrecke. Zeitgleich mit der Ausbaustrecke geht am 25. November 2007 auch das elektronische Stellwerk Aachen in Betrieb. Dieses Stellwerk wird von der Betriebszentrale der DB Netz AG in Duisburg aus bedient und ermöglicht es, den Bahnverkehr zwischen Aachen-Rothe Erde über Aachen Hbf bis zur Staatsgrenze ab sofort mit modernster Leit- und Sicherungstechnik zu steuern. Als weitere Maßnahme ist in einer zweiten Baustufe die Erneuerung des "alten" Buschtunnels für eine ebenfalls eingleisige Betriebsführung vorgesehen. Diese Maßnahme soll im Zeitraum 2008 bis 2009 durchgeführt werden.

Projektbeirat zur Ausbaustrecke Oberhausen - Emmerich eingerichtet

(24.11.) DÜSSELDORF - Heute ist der neu gegründete Projektbeirat zur Ausbaustrecke Oberhausen - Emmerich zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen getreten. Das Gremium soll die Kommunikation zwischen Bundesregierung, Landesregierung, Politik, dem kommunalen "Arbeitskreis Betuwe", der Bevölkerung, der Wirtschaft und der Bahn stärken. So sollen Interessenskonflikte möglichst frühzeitig erkannt und Lösungsvorschläge erarbeitet werden. Im Einzelnen gehören dem Beirat an: der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Achim Großmann, Landesverkehrsminister Oliver Wittke, die Bundestagsabgeordneten Dr. Hans-Ulrich Krüger und Ronald Pofalla, Dr. Bruno Ketteler, Vorsitzender der kommunalen Arbeitsgemeinschaft Betuwe, und Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK, sowie von Seiten der Deutschen Bahn Netz-Vorstand Oliver Kraft, der Konzernbevollmächtigte für NRW Reiner Latsch und als Vertreter der Netz-Niederlassung West, Jörn Schwarze. Weitere Teilnehmer können in beratender Funktion eingebunden bzw. eingeladen werden.

Der Ausbau der Strecke Emmerich - Oberhausen beinhaltet eine durchgängige Dreigleisigkeit und Blockverdichtung der Strecke sowie den erforderlichen Lärmschutz. Die Gesamtkosten für den rund 70 Kilometer langen Abschnitt belaufen sich auf über eine Milliarde Euro. Derzeit laufen die vorbereitenden Planungen für die Genehmigungsverfahren. Die notwendige Planfeststellung soll bis 2010 abgeschlossen sein. Bereits Mitte nächsten Jahres sollen die Ergebnisse der derzeit dazu laufenden Umweltverträglichkeitsprüfung vorliegen. Die Ausbaustrecke verbindet über die niederländische Betuweroute den Hafen Rotterdam mit dem Ruhrgebiet und ist Teil des europäischen Korridors Rotterdam - Genua. Zum Ausbau gehört auch die Modernisierung der Stellwerkstechnik zwischen Emmerich und Oberhausen. Der Bahnknoten Oberhausen wird durch neue kreuzungsfreie Verbindungen leistungsfähiger. Aktuelle Informationen zum Stand des Projekts sind in Kürze auch im Internet (www.db.de/bauprojekte) abrufbar.

Sicherung archäologischer Funde vor dem Bau der Unstruttalbrücke

(24.11.) LEIPZIG - Mit der Unstruttalbrücke entsteht bei Karsdorf im Burgenlandkreis bis 2010 eines der prägenden Bauwerke der Eisenbahn-Neubaustrecke Erfurt - Leipzig/Halle. Im Vorfeld der Arbeiten am Brückenbauwerk wurden in den vergangenen Monaten vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt umfassende archäologische Ausgrabungen erfolgreich absolviert und bedeutende Zeugnisse unserer Vorfahren gesichert. Diese Arbeiten erfolgen planmäßig, entsprechend des im Planfeststellungsbeschluss festgelegten Baurechts. Die Linienführung der Neubaustrecke berührt und schneidet auch die zahlreich vorhandenen Relikte in der jahrtausendelang genutzten Region um Nebra. Siedlungsplätze, Gräberfelder, Befestigungs- und Kultanlagen sind im Unstruttal und den angrenzenden Gebieten reichhaltig vorhanden. So treffen auch die Baustelleneinrichtungsfläche, die Baustraße und das Westwiderlager für den Bahnbrückenbau über die Unstrut einen bekannten Fundplatz. Aus Begehungen, durch Befliegungen und auch durch geophysikalische Messungen waren auf der Hochfläche oberhalb von Wennungen und Wetzendorf eindeutige Nachweise für einen großflächigen und durch mehrere Zeitepochen benutzten archäologischen Fundplatz bekannt.

Das führte zu einer mehrere Hektar großen Ausgrabung, die in den vergangenen Monaten durch das Landesamt für den Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn und der bauausführenden Firma Alpine erfolgreich und zügig erledigt wurde. Grabungsleiter Jan Kegler, Grabungstechniker Jörg Wüstemann und bis zu 15 Grabungsarbeiter bewältigten ein umfangreiches Ausgrabungspensum und kamen zu beachtlichen Ergebnissen. Insgesamt wurden etwa 300 verschiedene Befunde untersucht.

Europas größter Swarovski Weihnachtsbaum erstrahlt wieder im Berliner Hbf

(24.11.) BERLIN - Bis zum 6. Januar 2008 erstrahlt im Berliner Hauptbahnhof wieder der Swarovski Weihnachtsbaum. Im Beisein von Maria Krautzberger, Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Rolf Reh, Mitglied des Vorstands der DB Station&Service AG und Ruud Wigman, Geschäftsführer Swarovski Deutschland GmbH, wird der Baum am 26. November 2007 vor 400 geladenen Gästen feierlich illuminiert. Die Illumination ist der Höhepunkt der Fashionshow "Dancing Crystals", bei der unter anderem Top Model Barbara Maier die aktuelle Swarovski Kollektion vorführt. Auch Kreativdirektorin Nathalie Colin-Roblique, eigens aus Paris angereist, steht für Fragen zur Verfügung. Die Show findet im Eingangsbereich Washingtonplatz des Hauptbahnhofes statt. Der 20 Meter hohe Weihnachtsbaum ist der größte Swarovski Weihnachtsbaum Europas. Seine Zweige sind mit über 44.000 Weihnachtsornamenten und schillernden Aurora Borealis Kristallen geschmückt. Als 1998 der erste Baum dieser Art am Zürcher Christkindlmarkt erstrahlte, setzte der 15 Meter große, mit 6.000 Kristallornamenten behängte Baum neue Maßstäbe für glamourösen Christbaumschmuck.

Neben dem Baum werden 1.500 Sterne im Bahnhof und an der Fassade funkeln. Die 70 Zentimeter bis sechs Meter großen Sterne werden von einem neun Meter hohen „Sternewerfer“, einer leuchtenden Märchenfigur an der Nordfassade (Europaplatz), gleichsam über den Bahnhof geworfen. In der Adventszeit sind die Geschäfte im Berliner Hauptbahnhof wie - an allen Tagen des Jahres - von 8-22 Uhr geöffnet und laden zum shoppen, schlemmen und staunen ein. Vom 01.-31.12. ist mit der Aktion "Parken im Advent", die von der Werbegemeinschaft des Bahnhofes ermöglicht wird, das Parken im Parkhaus des Hauptbahnhofs von 19-22 Uhr kostenlos.

Mehr Fahrgastrechte im Nahverkehr in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

(23.11.) HALLE - Die Kunden des Nahverkehrs in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erhalten ab dem 1. Januar kommenden Jahres ein einklagbares Recht auf finanzielle Entschädigung bei Verspätungen. Entsprechende Regelungen gibt es bereits in Bayern und Schleswig-Holstein. Ulrich Homburg, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG: "Wir haben eine kundenfreundliche Lösung gefunden, bei der fast alle Bahnunternehmen mitziehen. Damit erhöhen wir die Attraktivität des Nahverkehrs auf der Schiene deutlich." Hat ein Nahverkehrszug am Zielbahnhof des Reisenden mehr als 60 Minuten Verspätung, bekommt der Kunde eine Entschädigung in Höhe von 25 Prozent des Fahrkartenwertes. Bei mehr als 120 Minuten beträgt die Entschädigung 50 Prozent. Die Fahrkarten müssen einen Mindestwert von vier Euro für die einfache Fahrt aufweisen. Es werden mindestens zwei Euro erstattet. Für Inhaber von Streckenzeitkarten oder einer Mobility BahnCard 100 beträgt die Entschädigung ab einer Verspätung von über 60 Minuten pauschal drei Euro in der 1. Klasse sowie zwei Euro in der 2. Klasse. Ausgeschlossen sind Schülerzeitkarten und relationslose Angebote, wie die Länder-Tickets und das Schönes-Wochenende-Ticket.

Neben der DB Regio AG und den DB-Gesellschaften Burgenlandbahn, Erzgebirgsbahn, Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn sowie Elbe Saale Bahn sind die folgenden Eisenbahnverkehrsunternehmen beteiligt: cantus Verkehrsgesellschaft mbH, Connex Sachsen GmbH, Erfurter Bahn GmbH, Freiberger Eisenbahngesellschaft mbH, Süd-Thüringen-Bahn GmbH, Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt GmbH und Vogtlandbahn GmbH. Die Kunden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen profitieren von den neuen Regelungen auf allen Direkt- und Umsteigeverbindungen im Schienenpersonennahverkehr außerhalb der Verbünde sowie bei Fahrten, die die Grenzen von Verbünden überschreiten. Der Fahrgast erhält eine Gutscheinkarte im Zug, am Service Point oder im Reisezentrum. Nach Vorlage der Gutscheinkarte und der genutzten Fahrkarte im Reisezentrum bekommt der Kunde einen Gutschein, den er innerhalb eines Jahres beim Kauf einer Fahrkarte einlösen kann. Die Gutscheinkarte ist auch im Internet abrufbar und kann zusammen mit der Fahrkarte an die Bahn geschickt werden. Der Reisende erhält dann von dort den Gutschein per Post.

Züge fahren mit Railog von Spanien in die Türkei

(23.11.) BERLIN - Am 10. November trat der erste von zwölf Hochgeschwindigkeitszügen für die Türkische Staatsbahn seine rund 4.000 Kilometer lange Reise von Spanien an den Bosporus an. Mit dem Projekt hat der Hersteller, das spanische Unternehmen Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles (CAF), Railog betraut. Jeder Zug besteht aus sechs Wagen. Die Dauer des Transports beträgt 20 Tage für den sicheren Weg auf der Schiene durch Frankreich, die Schweiz, Österreich, Ungarn, Serbien und Bulgarien bis Haydarpasa bei Istanbul in der Türkei. Per Lkw gelangte die erste Zuggarnitur zunächst vom nordspanischen Beasein ins westfranzösische Hendaye. Für den weiteren Weg über die Alpen und den Balkan bis zum Bosporus wurden die einzelnen Elemente dort zusammengebaut und auf die Schienen überstellt. Aus Sicherheitsgründen reduzieren die Railog-Spezialisten die Stopps bei der Fahrt auf ein Minimum. Nur für die technische Überprüfung der einzelnen Wagen sowie den Wechsel der Lokomotive hält der Zug. Zusätzliches Personal sorgt für die notwendige Sicherheit. An der Meerenge des Bosporus wartet die letzte große Herausforderung: Nach der fast dreiwöchigen Fahrt quer durch Europa verlädt das Team von Railog gemeinsam mit den Verantwortlichen der Türkischen Staatsbahn die Züge auf die Fähre für den kurzen Seeweg von Europa nach Asien.

Railog in Österreich koordiniert in Zusammenarbeit mit allen beteiligten Ländern den Transport der Zugelemente, überwacht die gesamte Strecke und übernimmt die Zollformalitäten an den Landesgrenzen. Ein GPS-Ortungssystem, mit dem der Zug verfolgt wird, sowie tägliche Reports über den Transport-Status ergänzen das Service-Paket. Mit 150 Mitarbeitern an 24 Standorten in neun europäischen Ländern bewegte Railog im Jahr 2006 etwa 5,7 Millionen Tonnen Güter und disponierte europaweit mehr als 190.000 Waggons. Damit ist Railog einer der europäischen Marktführer für bahnaffine Logistik in den Bereichen Neumöbel, Stahl, Ton und Fliesen sowie Weiße Ware. Railog ist ein Unternehmen der Schenker AG.

GDL will sich erst am Montag zum neuen Bahnangebot äußern

(23.11.) FRANKFURT/Main - Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will sich wie angekündigt erst am Montag zum neuen Angebot der Deutschen Bahn äußern. GDL-Sprecher Maik Brandenburger sowie der nordrhein-westfälische GDL-Landeschef Frank Schmidt wiesen damit am Donnerstag anderslautende Medienberichte zurück. Weitere Gespräche mit der Bahn-Führung vor Montag hat die GDL nicht ausgeschlossen. "Das kann sein, muss aber nicht sein", sagte GDL-Sprecherin Gerda Seibert am Donnerstag. Einen Bericht, wonach das neue Tarifangebot der Bahn die GDL-Forderung nach einem eigenständigen Tarifvertrag nicht erfülle, wollten Brandenburger und Schmidt nicht kommentieren. Die "Financial Times Deutschland" (Donnerstagausgabe) hatte ohne Nennung von Quellen berichtet, die Bahn wolle der GDL auch in der neuen Offerte keinen eigenständigen Tarifvertrag zubilligen. Das am Mittwoch vorgelegte Angebot enthalte "ein überarbeitetes Entgeltsystem und damit deutliche Lohnsteigerungen für die Lokführer", hieß es weiter.

DB bestellt 25 Dieseltriebzüge für Schleswig-Holstein

(23.11.) BERLIN - Die DB bestellt für das Ostnetz Schleswig-Holstein 25 zweiteilige Dieseltriebzüge bei Alstom, Salzgitter. "Mit dieser Bestellung moderner, komfortabler Triebzüge setzen wir den Modernisierungskurs unserer Fahrzeugflotte im Nahverkehr konsequent fort", erläutert Dr. André Zeug, Generalbevollmächtigter Technik/Beschaffung im Systemverbund Bahn. "Die Deutsche Bahn AG ist in Deutschland einer der größten Investoren und sichert Arbeitsplätze in der Wirtschaft." Zum Fahrplanwechsel 2009 nehmen die Dieseltriebzüge den Betrieb auf. Die 25 Fahrzeuge der Baureihe 648.3 ruft die DB aus einem Rahmenvertrag ab, der 2003 geschlossen wurde. Bereits 61 Fahrzeuge sind bei DB Regio im Einsatz, die neuen Triebwagen werden auf den Strecken von Lübeck nach Kiel, Fehmarn und Lüneburg eingesetzt. Auf der Strecke Hamburg - Lübeck - Travemünde fahren darüber hinaus neue Doppelstockzüge. Die 120 km/h schnellen Dieseltriebzüge sind klimatisiert und verfügen über einen 1. Klasse-Bereich. Breite Einstiegstüren erleichtern mobilitätseingeschränkten Reisenden den Einstieg. Zeitgemäße Displays zur Fahrgastinformation, ein behindertenfreundliches WC und ein Mehrzweckbereich erhöhen den Fahrgastkomfort.

Bundesrechnungshof kritisiert auch Verkehrsministerium

(23.11.) BERLIN - Der Bundesrechnungshof hat den Bundesbehörden vorgeworfen, im vergangenen Jahr 1,9 Milliarden Euro verschwendet zu haben. Kritisiert wird in dem am Donnerstag vorgestellten Bericht auch das Verkehrministerium, das z.B. gegenüber der Bahn auf mindestens 190 Millionen Euro verzichte, weil es "hingenommen hat, dass sich die Deutsche Bahn AG nicht an vertragliche Vereinbarungen hielt". Außerdem habe der Bund hingenommen, dass die Bahn mit Baufirmen Vorauszahlungen vereinbarte und dadurch Preisnachlässe erhielt . Der Bund stellte das Geld allerdings zur Verfügung und musste die Zinsen dafür tragen. Die Mehrkosten beliefen sich dadurch auf 37 Millionen Euro. Weiter hat die Bahn zwischen Köln-Deutz und Porz-Steinstraße einen bestimmten Streckenabschnitt nicht gebaut, aber trotzdem für die gesamte Strecke Geld erhalten. Die überflüssigen Mittel wurden vom Verkehrsministerium nicht zurückverlangt, obwohl es sich um 153 Millionen Euro handelte.

Gabriel: "Wettbewerbsnachteile der Schiene rasch abbauen"

(23.11.) BERLIN - Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, Wettbewerbsnachteile für den umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene abzubauen. "Besonders wichtig ist mir die vorgesehene Überprüfung der Stromsteuer im Schienenverkehr. An diesem Punkt, den wir seit geraumer Zeit diskutieren, müssen wir endlich vorankommen", sagte Gabriel auf einer Veranstaltung der Allianz pro Schiene am Mittwoch in Berlin. "Allerdings müsse die angedachte Entlastung des Schienenverkehrs als Preissignal dauerhaft bei den Kundinnen und Kunden der Bahn ankommen. Wie dies sichergestellt werden kann, sollten wir verbindlich vereinbaren." Fast alle EU-Mitgliedstaaten machen von der Möglichkeit Gebrauch, den umweltfreundlichen Schienenverkehr im Bereich der Energiesteuern zu entlasten.

"Wir begrüßen, dass Umweltminister Gabriel die Schiene bei der Stromsteuer entlasten will", sagte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege am Donnerstag im Anschluss an das Förderertreffen des Bündnisses in Berlin. Derzeit werden allein die elektrisch betriebenen Schienenbahnen sowohl durch die Stromsteuer als auch durch den Emissionshandel belastet. "Das sind Klimaschutzinstrumente, die wir grundsätzlich begrüßen - sie dürfen jedoch nicht dazu führen, dass ausgerechnet der Verkehrsträger mit der besten CO2-Bilanz durch die Doppelbelastung am stärksten zur Kasse gebeten wird." Allein bei der DB macht die Stromsteuer nach Angaben des Konzerns über ein Drittel der Abgaben und Steuern auf Energie in Höhe von rund 380 Millionen Euro aus. Diese Belastung werde sich durch die veränderte Ausgestaltung des Emissionshandels ab 2008 um mehr als 30 Millionen Euro erhöhen. U-Bahnen und Straßenbahnsysteme sind von den Steuern und Abgaben auf Strom in gleicher Weise betroffen. Dirk Flege: "Es kann nicht sein, dass Fahrgäste durch die daraus resultierenden steigenden Fahrpreise letztlich vom Staat in umweltschädlichere Verkehrsmittel gelenkt werden."

DB legt neues Angebot vor

(22.11.) BERLIN - Die DB hat am Mittwoch der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ein nach eigenen Angaben deutlich verbessertes Angebot vorgelegt. Über den Inhalt vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Die GDL will am Montag über das neue Angebot beraten und entscheiden, ob die Gewerkschaft wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt. Bis dahin sind neue Streiks ausgeschlossen. DB-Chef Hartmut Mehdorn erklärte am Mittwoch: "Wir sind ab sofort jederzeit und an jedem Ort zu Verhandlungen bereit." Sollte es dazu kommen, wären während der dann bestehenden Friedenspflicht keine weiteren Streiks möglich.

Während es also in Sachen Tarifkonflikt mit der GDL wieder Hoffnung auf Einigung gibt, droht nun die größere Bahngewerkschaft Transnet ebenfalls wieder mit Streiks. Die "Welt" zitiert aus einem Brief von Transnet-Chef Norbert Hansen vom Mittwoch: "Nach ersten Verhandlungen über eine neue Entgeltstruktur hat es keinen Fortschritt gegeben." Sollte es nötig sein, sich wieder Respekt und Beachtung zu verschaffen, würde man auch zu Streiks aufrufen. Anstelle von Fortschritten in den Verhandlungen mit Transnet würden "intensive Gespräche mit der GDL geführt hinsichtlich deren Forderung nach einem eigenständigen Tarifvertrag", zitiert die Zeitung aus dem ihr vorliegenden Schreiben. "Wir sind nicht länger bereit zu akzeptieren, dass unsere Tarifverhandlungen für alle Tarifkräfte der DB AG gegenüber denen für eine einzelne Berufsgruppe zurückstehen müssen."

EU stellt  wichtigste Vorhaben im Verkehrssektor bis 2013 vor

(22.11.) BRÜSSEL - Am Mittwoch hat EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot eine Liste mit 30 vorrangigen Vorhaben für die Transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN) im Zeitraum 2007 bis 2013 vorgestellt. Insgesamt sollen 5,1 Milliarden Euro in die Projekte fließen, sofern von den Mitgliedstaaten und aus dem Europäischen Parlament kein Widerspruch kommt. Barrot betonte, dass vor allem Vorhaben ausgewählt worden seien, die zu einer "nachhaltigen Verkehrsentwicklung" beitragen könnten. 74 Prozent der Mittel seien für die Schiene vorgesehen. Größter Einzelposten ist der Ausbau der Bahnlinie von Berlin über Erfurt und Nürnberg durch Österreich und Italien bis nach Palermo. Vor allem wegen des teuren Alpentunnels unter dem Brenner sind alleine dafür 960,1 Millionen Euro eingeplant. Die Brücke über den Fehmarnbelt zwischen Deutschland und Dänemark soll mit 374,29 Millionen Euro aus dem EU-Budget bezuschusst werden. Unter den Projekten befindet sich auch die Schnellbahn zwischen Paris und Bratislava (Zuschuss 438,3 Millionen Euro),  zu der in Deutschland die Abschnitte Stuttgart - Wendlingen (114,47 Millionen Euro) und Wendlingen - Ulm (101,45 Millionen Euro) gehören.

Kein Geld sieht Barrots Förderliste laut dem verkehrspolitischen Sprecher der Grünen im Europaparlament, Michael Cramer, für die Transrapidstrecke zwischen dem Flughafen und dem Stadtzentrum von München vor. Die Folgerung, die EU habe entschieden, den Transrapid nicht finanziell zu unterstützen, wies Bayerns Verkehrsministerin Emilia Müller allerdings umgehend als "schlichtweg falsch" zurück. "Es bleibt dabei: Die EU hat zugesagt, eine Förderung des Transrapids zu prüfen." Müller zeigte sich zuversichtlich, dass die EU das bedeutende Projekt unterstützen werde. Im TEN-Mehrjahresprogramm 2007 - 2013 könne der Transrapid nicht vorkommen, da dieses Programm im Wesentlichen dem sehr begrenzten Kreis der als vorrangig eingestuften TEN-Projekte vorbehalten sei. Im TEN-Jahresprogramm 2007 könne der Transrapid ebenfalls nicht enthalten sein, da eine Förderung aus diesem Programm für 2007 explizit nicht beantragt wurde.

Aufträge für Schienenanbindung Flughafen BBI vergeben

(22.11.) BERLIN - Zwei Bauaufträge für die Schienenanbindung des Flughafens Berlin-Brandenburg International (BBI) hat die DB jetzt an Unternehmen aus Berlin und Zöschen (Sachsen-Anhalt) vergeben. Damit kann der Bau der westlichen Schienenanbindung von Mahlow und Schönefeld zum Flughafenterminal beginnen. Den Zuschlag erhielten die Arbeitsgemeinschaft Alpine Bau Deutschland AG (Zöschen) und Grund- und Sonderbau Gesellschaft mbH (Berlin) sowie die Firma Eichholz Rail GmbH (Berlin). Die Aufträge umfassen den Bau von 2,4 Kilometern Trogbauwerke und drei Eisenbahn- sowie vier Straßenbrücken. Rund 330.000 Kubikmeter Erdstoffe sind dazu zu bewegen, rund 87.000 Kubikmeter Stahlbeton werden eingebaut. Teile der bis zu elf Meter tiefen Baugruben sind eine besondere Herausforderung: Hier werden wieder - wie bei der Nord-Süd-Verbindung in der Berliner Innenstadt -Taucher bei der Herstellung einer Unterwasser-Betonsohle im Einsatz sein.

Zudem werden für die S-Bahntrasse sowie die Trasse der Regional- und Fernzüge rund 33 Kilometer Gleise und 23 Weichen verlegt, rund 95.000 Kubikmeter Boden und 160.000 Kubikmeter Schotter für den Gleisunterbau eingebaut sowie - für die Verlängerung der S-Bahn zum BBI-Terminal - die Gleisanlagen des Bahnhofs Berlin Schönefeld Flughafen umgestaltet. Im neuen BBI-Bahnhof werden die Bahnsteigrohbauten errichtet. Die Schienenanbindung und der Flughafenbahnhof sind zentrale Bestandteile des neuen Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg International. Für den Regional- und Fernverkehr entstehen zur Anbindung des BBI-Bahnhofs zwischen dem Berliner Außenring bei Mahlow und der Görlitzer Bahn bei Bohnsdorf 15 Kilometer neue Strecke. Zudem wird die S-Bahn vom Bahnhof Schönefeld auf einer acht Kilometer langen Strecke zum BBI-Bahnhof geführt. Das Projekt hat einen Gesamtwertumfang von 636 Millionen Euro. Vom Bund werden davon 576 Millionen Euro finanziert, die Länder Berlin und Brandenburg übernehmen jeweils 30 Millionen Euro.

Bus und Bahnfahren wird teurer

(22.11.) KÖLN - Bus- und Bahnfahrer müssen im kommenden Jahr mit höheren Preisen rechnen. Die Fahrkartenpreise im öffentlichen Personennahverkehr werden je nach Verkehrsverbund um bis zu 4,5 Prozent steigen. Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung müssen Millionen Bus- und Bahnfahrer etwa in Bremen sowie in den Verkehrsverbünden Rhein-Sieg, Rhein-Neckar und Neckar- Alb-Donau mehr bezahlen. Ein Sprecher des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) bestätigte den Bericht. Er sagte, die Preiserhöhungen ab 1. Januar 2008 sollten für Einzeltickets in den meisten Fällen deutlicher ausfallen als für Zeitkarten. Grund für die steigenden Preise seien vor allem die hohen Kosten für Treibstoff.

Rekorde zum zehnjährigen Jubiläum von www.bahn.de

(22.11.) BERLIN - Zum zehnjährigen Jubiläum wartet www.bahn.de, der Online-Vertriebskanal der Deutschen Bahn AG, mit neuen Rekordzahlen auf. Die Steigerung der Seitenzugriffe von 2,4 Milliarden 2006 auf prognostizierte 3,1 Milliarden in diesem Jahr zeigt die hohe Akzeptanz dieses Vertriebswegs bei Privat- und Firmenkunden. Gegenüber dem Jahr 2000 haben sich die Seitenaufrufe (Page Impressions) mehr als versechsfacht. Bis zu 50.000 Online-Tickets werden täglich von den 4,2 Millionen registrierten Kunden gebucht. Und der Umsatz hat sich stark entwickelt - jedes Jahr erhöhte er sich zwischen 30 und 50 Prozent, allein zwischen 2004 und 2006 verdreifachte sich der Umsatz; die Tendenz hält auch für dieses Jahr an. Die Geburtsstunde von bahn.de schlug 1997. Anfangs als reine Kommunikationsplattform konzipiert, ist die Site heute das meistbesuchte Mobilitäts- und Verkehrsportal Europas. Reinhold Pohl, langjähriger Leiter E-Commerce Personenverkehr der DB: "Die Erfolgsgeschichte bahn.de zeigen nicht nur die reinen Zahlen. Mit einer ganzen Reihe von Innovationen sind wir Trendsetter im E-Commerce und haben Lösungen entwickelt, die heute selbstverständlich sind."

Meilensteine in der Entwicklung von bahn.de waren 1998 die erste Online-Reiseauskunft von Adresse zu Adresse oder 1999 das erste formlose Ticket, das mit dem Angebot Surf&Rail 1999 präsentiert wurde. Nicht mehr weg zu denken ist heute das Online-Ticket, das Bahnkunden seit 2001 am eigenen Computer buchen und ausdrucken können. Im folgenden Jahr kamen dann eine Reihe von Mobilitätsservices wie der MobilCheck, ein direkter Zeit- und Kostenvergleich zwischen öffentlichem Verkehr und PKW hinzu. Im Jahr 2003 wurde die erste Version eines eigenen Portals für kleine und mittelständische Unternehmen auf den Weg gebracht. Im selben Jahr kam das Onlinereiseportal start.de von der Firma Amadeus zur Deutschen Bahn. Die Buchungszahlen haben sich seitdem verfünffacht. Ein Jahr später entwickelte bahn.de die Platzreservierung per Handy. 2005 stand im Zeichen von Surf&Travel, einem eigenen Modul zur Online-Vermarktung von Paketen für Cityreisen. 2006 wurde das Handy-Display zur Fahrkarte - Inhaber mobiler Endgeräte können Fahrkarten zum Normalpreis als Handy-Ticket kaufen.

Allianz pro Schiene: "Ministerium will Lkw-Maut senken"

(22.11.) BERLIN - Das Bundesverkehrsministerium will in Zeiten des Klimawandels die Lkw-Maut in Deutschland senken und nicht erhöhen. Das geht aus dem der Allianz pro Schiene vorliegenden Entwurf der "Verordnung zur Änderung autobahnmautrechtlicher Vorschriften" hervor. "Umweltpolitisch ein fataler Rückschritt, der vom Kabinett gestoppt werden muss", kritisierte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege am Mittwoch in Berlin. Die "Financial Times Deutschland" hatte am Mittwoch berichtet, Union und FDP würden scharf gegen eine geplante Erhöhung der Lkw-Maut "um bis zu 33 Prozent" protestieren. Als Urheber dieser Berechnungen zitiert die Zeitung den Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der mit Verweis auf den Verordnungsentwurf des Ministeriums von Preissteigerungen von "1000 Euro pro Jahr und Lkw" spricht.

"Union und FDP sind ganz offensichtlich auf die bewusste Falschinformation der Lkw-Lobby hereingefallen", sagte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer. Der Referentenentwurf sehe zwar die Anhebung der Lkw-Maut pro Schadstoffemissionsklasse vor. Durch die zunehmende Zahl schadstoffärmerer Lkw, die künftig eine geringere Gebühr zahlen müssen als "dreckige" Lkw zur Zeit, gehe das Ministerium unterm Strich jedoch von einem Absinken der durchschnittlichen Mauthöhe pro Lkw und Kilometer aus. Flege: "Das Verkehrsministerium nennt in dem Verordnungsentwurf einen Rückgang des durchschnittlichen Mautsatzes pro Lkw und Kilometer von derzeit 13,5 auf 12,4 Cent ab Oktober 2008." Dadurch, so die Allianz, würden preisliche Anreize, Lkw-Leerfahrten zu vermeiden und Transporte auf die umweltverträglichere Schiene zu verlagern, "wieder zurückgenommen". Klimapolitisch ist die Verbilligung des Lkw-Verkehrs aus Sicht des Schienenbündnisses "völlig inakzeptabel".

Flege: "Unfassbar ist auch die Absicht des Bundesverkehrsministeriums, die den Mautberechnungen zugrunde liegenden Wegekosten für die Bundesfernstraßen nicht dem gestiegenen Lkw-Aufkommen anzupassen. Mehr Lkw bedeuten mehr Spurrillen auf den Autobahnen. Obwohl neue Berechnungen für verursachte Straßenschäden vorliegen, hält das Verkehrsministerium an den alten Sätzen aus dem Jahr 2002 fest. Im Klartext bedeutet dies, durch die Neuregelung würden die Lkw nicht einmal mehr die von ihnen verursachten Wegekosten zahlen müssen. Zahlen müssten den Differenzbetrag Autofahrer und alle Steuerzahler".

Gespräch zwischen Mehdorn und Schell beendet

(21.11.) FRANKFURT/Main - DB-Chef Hartmut Mehdorn und GDL-Chef Manfred Schell haben sich am Dienstag zu einem Spitzengespräch getroffen. Die Gespräche waren am Vormittag in Egelsbach bei Darmstadt begonnen und dann zunächst unterbrochen worden. Am Abend wurden sie dann in der alten Bahnzentrale in Frankfurt fortgesetzt und nach rund vier Stunden gegen 22 Uhr beendet. Eine Einigung gab es ersten Informationen zufolge nicht. Über den Verlauf der Gespräche wurden keine Details bekannt, erst für Mittwoch werden konkrete Stellungnahmen erwartet.

Ab 9. Dezember FLIRT an der Ostseeküste

(21.11.) BERLIN - Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 beginnt entlang der Ostseeküste eine neue Ära. Auf der Regional-Express-Linie RE 1 und RE 9 - den so genannten Hanse-Express-Linien - setzt DB Regio AG neben den Doppelstockwagen neuester Bauart erstmals auch neue Triebfahrzeuge mit dem Namen FLIRT (Flinker leichter innovativer Regionaltriebzug) ein. Gleich fünf Zuggarnituren werden dann die Fahrgäste zwischen Rostock und Sassnitz bzw. dem Ostseebad Binz schnell und komfortabel ans gewünschte Ziel bringen. Im Rahmen einer Präsentationsfahrt zwischen Rostock, Stralsund und Hamburg wurde jetzt einer der FLIRT-Triebzüge in Stralsund auf den Namen "Hansestadt Stralsund" getauft.

Der Hanse-Express fährt auf zwei Teilstrecken: zum einen auf der Linie des RE 1 zwischen Hamburg Hbf und Rostock Hbf mit neuesten Doppelstockwagen und zum anderen auf der Linie des RE 9 zwischen Rostock Hbf und dem Ostseebad Binz bzw. Sassnitz mit dem neuen FLIRT-Triebzug. Der Hanse-Express fährt ab dem Fahrplanwechsel zwischen Rostock und Sassnitz/Binz im Zweistundentakt, auf dem Abschnitt zwischen Rostock und Hamburg sogar stündlich. Für umfassenden Service und Sicherheit ist in jedem Zug ein Fahrgastbetreuer, der über Anschlussverbindungen, Tarife sowie über touristische Highlights informiert. In Rostock hat der Fahrgast einen bequemen und kurzen Umstieg, denn die Züge stehen sich am selben Bahnsteig gegenüber. Dadurch ist in Rostock und bei vielen anderen Anschlüssen entlang der Strecke eine abgestimmte Reisekette gegeben.

Mit 226 Sitzplätzen in der 2. Klasse und 15 Sitzplätzen in der 1. Klasse bietet der FLIRT-Triebzug viel Platz. Die modern gestalteten Fahrgasträume mit den hellen, durch Glasfronten abgetrennten Sitzbereichen vermitteln ein Gefühl der Großzügigkeit und Weite. Neben den Sitzplätzen stehen zusätzlich 33 Klappsitze und 251 Stehplätze zur Verfügung. Die Innenräume sind zu über 90 Prozent barrierefrei und das WC ist behindertengerecht eingerichtet. Die Klimaanlage sorgt für angenehme Temperaturen. Das leise Fahrverhalten dieser Züge unterstützt das angenehme Reisegefühl. Im modernen elektronischen Fahrgastinformationssystem wird der aktuelle Reiseverlauf angezeigt. In der Mitte des Zuges befindet sich ein großzügiger Bereich mit neuem Imbiss- und Getränkeautomat.

In Kooperation mit dem Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern (TMV) eröffnet DB Regio einen Service-Schalter für Bahn und Touristik im Reisezentrum des Hamburger Hauptbahnhofs. Es ist deutschlandweit der erste seiner Art in einem DB Reisezentrum. Das Konzept baut auf die Erfahrungen des seit 1999 existierenden RegioPUNKT-Büros im Bahnhof Berlin Friedrichstraße auf, wo sich der TMV bereits seit Jahren engagiert. Der Fokus des Schalters im Hamburger Hauptbahnhof liegt auf der Vermarktung des Reiselandes Mecklenburg-Vorpommern, insbesondere entlang des Hanse-Express. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten über touristischen Ziele, reichen Prospekte, vermitteln Unterkünfte über die Internetplattform des TMV und verkaufen auf den Hamburger Markt abgestimmte Pauschalangebote (RegioTOUREN).

SBB: Zugtrennung im Zimmerbergtunnel

(21.11.) ZÜRICH - Am Montag Abend ist es im Zimmerbergtunnel zwischen Zürich und Thalwil zu einer Trennung zwischen dem vierten und fünften Wagen des EuroCity 101 Hamburg - Zürich - Chur gekommen. Verletzt wurde niemand. Unmittelbar nach der Trennung des aus Schweizer Wagen bestehenden Zuges wurde automatisch eine Schnellbremsung eingeleitet. Die beiden Teile des Zuges kamen umgehend zum Stillstand. Nach ersten Abklärungen der Fachspezialisten der SBB kam es aufgrund einer abgerissenen Kupplung zur Zugtrennung. Die genauen Details werden nun eingehend abgeklärt. Beim betroffenen Fahrzeug handelt es sich um einen Wagen des Typs Bpm51. Der Zimmerbergtunnel war aufgrund der Zugtrennung rund 90 Minuten für den Zugverkehr gesperrt. Die Züge wurden über die Seelinie umgeleitet. Es entstanden Verspätungen zwischen fünf und zehn Minuten.

Bewegung im Tarifkonflikt: Spitzengespräch zwischen DB und GDL

(20.11.) Nach den massiven Streiks der vergangenen Tage kommt wieder Bewegung in den Tarifkonflikt bei der Bahn. Am Dienstag findet ein Spitzengespräch zwischen der DB und der GDL statt, um Lösungsmöglichkeiten für den seit Monaten festgefahrenen Tarifkonflikt auszuloten. Bereits am Montag hatten sich Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee, Bahnchef Hartmut Mehdorn und GDL-Chef Manfred Schell für mehrere Stunden getroffen. Tiefensee sprach anschließend von einer "sehr konstruktiven" Atmosphäre. Er denke "in sehr kurzen Fristen", sagte der SPD-Politiker auf die Frage, wann es eine Einigung geben könnte.

Tiefensee kündigte an, die DB werde am Dienstag ein neues Angebot vorlegen. Details wollte er nicht nennen. Nach Pressebereichten soll allerdings ein eigenständiger Tarifvertrag Bestandteil des Angebots sein. So berichtet der "Spiegel", Grundlage des neuen Bahn-Angebots solle das Ergebnis der Moderatorenrunde mit Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler von Ende August sein. Damit würde die Bahn mit fast dreimonatiger Verzögerung eine grundlegende Bedingung der GDL erfüllen und ihr einen eigenständigen Tarifvertrag zugestehen. Der Grund für die Verzögerung basiert laut "Spiegel" offenbar auf einem Missverständnis. So habe die GDL ihren Vertragsentwurf nach der Moderationseinigung offenbar mit "Tarifvertrag für das Fahrpersonal" überschrieben. Daraufhin habe der Bahn-Vorstand die Einigung widerrufen, da der Tarifvertrag lediglich für die Lokführer gelten sollte.

Die Gewerkschaft will nach dem Treffen über ihr weiteres Vorgehen im Tarifkonflikt entscheiden, wie eine Sprecherin erklärte. Die GDL sicherte zu, bis zu den Gesprächen am Dienstag keine neuen Streiks zu beginnen. Sollte es zu einer Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen kommen, will die GDL während dieser Zeit auf Streiks verzichten.

Unterdessen hat das Arbeitsgericht Nürnberg am Montag die juristische Taktik der DB im Kampf gegen die Lokführerstreiks scharf kritisiert. Die Methode, bei ständig wechselnden Gerichten immer wieder kurzfristig Einschränkungen der Arbeitsniederlegungen zu erreichen, sei "willkürlich und rechtsmissbräuchlich", heißt es in einem Beschluss des Gerichts vom Montag. Die Richter verwiesen einen Prozess der Bahn gegen die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) an deren Sitz nach Frankfurt am Main. Mit der Taktik, eine Vielzahl von Arbeitsgerichten anzurufen, hätten die Bahnunternehmen eine bestimmte Entscheidung herbeiführen wollen, erklärte ein Gerichtssprecher.

Image-Verlust für die DB durch Tarifstreit mit der GDL

(20.11.) KÖLN - Das Image der DB und ihres Vorstandsvorsitzenden Hartmut Mehdorn leidet stark unter dem Tarifstreit mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Seit März hat sich die mediale Darstellung des Konzerns nach einem Bericht der Online-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "Capital" unter Berufung auf das Forschungsinstitut Media Tenor massiv verschlechtert. Noch im Frühjahr stand die DB in der öffentlichen Darstellung sehr gut da. Dagegen kamen in fast jedem fünften (19 Prozent) der von Anfang Oktober bis zum 13. November untersuchten Medienbeiträge eindeutig negative Aussagen über die Bahn vor. Nur in 0,4 Prozent der Beiträge wurde die Bahn explizit positiv dargestellt. Die restlichen Beiträge, also rund 80 Prozent, bewertete das Institut Media Tenor als neutral. Im März dieses Jahres war das Ergebnis noch umgekehrt ausgefallen: 13 Prozent positiven Beiträgen standen nur 1,6 Prozent negative Darstellung gegenüber.

Zudem stieg die Kritik an Hartmut Mehdorn seit dem Sommer deutlich an. Seit August wurde der Bahn-Chef jeden Monat in mindestens 20 Prozent der Artikel über Manager des Konzerns negativ dargestellt. Zeitgleich nahm die Bahn Mehdorn aus der Schusslinie. Während ihm in den ersten sieben Monaten des Jahres jeweils mindestens 60 Prozent aller Berichte über Bahn-Manager galten, ging seit August ein signifikanter Teil der Aufmerksamkeit auf Personalvorstand Margret Suckale über. Bemerkenswert ist laut "Capital", dass die GDL von der schlechteren Medienrezeption des Konfliktpartners mitnichten profitiert. Im Juni, August und September registrierte Media Tenor in den untersuchten Beiträgen nicht einen eindeutig positiven Auszug über die GDL. Im September stieg dazu der eindeutig negative Anteil der Berichterstattung auf knapp 25 Prozent.

DB plant starkes Wachstum im internationalen Fernverkehr

(20.11.) BERLIN - Die DB setzt auf starkes Wachstum im internationalen Fernverkehr. "Bis zum Jahr 2010 wollen wir die Umsätze auf unseren internationalen Verbindungen von gegenwärtig 200 auf 300 Millionen Euro steigern", sagte Nikolaus Breuel, Vorstandsvorsitzender der DB Fernverkehr AG. Dazu baut die DB die Kooperationen mit ausländischen Bahnen weiter aus: Im kommenden Jahr werden täglich rund 200 Direktverbindungen in 80 ausländische Städte angeboten. Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember wird der ICE in Kooperation mit der dänischen Staatsbahn DSB erstmals nach Dänemark fahren. Die neuen Verbindungen von Berlin und Hamburg nach Kopenhagen und Aarhus machen Dänemark zum sechsten ICE-Land - nach der Schweiz, Österreich, Frankreich, Belgien und den Niederlanden. "Europa wächst auf der Schiene zusammen. Mit dem ICE werden wir dem Flugzeug Marktanteile abnehmen. Paris, Brüssel, Amsterdam, Wien, Zürich und Bern gehören heute schon zum ICE-Netz", so Breuel weiter.

Ebenfalls zum Fahrplanwechsel wird Österreich in den ICE-Taktverkehr integriert: Die Linie von Dortmund bzw. Frankfurt am Main nach Wien knüpft alle zwei Stunden schnelle und komfortable Verbindungen über Würzburg, Nürnberg, Regensburg, Passau und Linz. Die Züge betreiben die DB und die Österreichischen Bundesbahnen ÖBB gemeinsam. Im Juni eröffnete die DB in Kooperation mit der französischen Staatsbahn SNCF die neuen Hochgeschwindigkeitslinien von Frankfurt am Main und Stuttgart nach Paris. Am 9. Dezember wird das Angebot zwischen Frankfurt und Paris von einer auf fünf durchgehende ICE-Verbindungen pro Tag mit Fahrzeiten von unter vier Stunden ausgebaut. Ebenfalls neu ist eine TGV-Verbindung von München nach Paris. Im Juni hat sich die DB zudem an der Managementgesellschaft Thalys International beteiligt, die seit 1996 den Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Paris und Brüssel und von dort weiter nach Amsterdam und Köln vermarktet.

Mehrere Stationen im Berliner Nord-Süd-Tunnel müssen nachgerüstet werden

(20.11.) BERLIN - Fünf Stationen im Nord-Süd-Tunnel müssen einem Bericht der "Welt" wegen technisch veralteter Schutzeinrichtungen nachgerüstet werden. Dazu zählen neben dem Anhalter Bahnhof, der am 10. August 2004 durch einen Brand in einem Triebzug stark in Mitleidenschaft gezogen worden war, inzwischen aber wieder offiziell eröffnet ist, auch die Stationen Nordbahnhof, Oranienburger Straße, Unter den Linden und Potsdamer Platz. Laut "Welt" müssen unter anderem Brandmelder, die Lautsprecheranlagen, die Beleuchtung und die Elektrotechnik "auf den Stand der Technik" gebracht werden. Für alle fünf Bahnhöfe im Nord-Süd-Tunnel rechnet die Bahn dem Bericht zufolge mit einem Finanzbedarf von "mehreren Millionen Euro". Für die Nachrüstaktion wurde ein separates Projekt vorbereitet, das voraussichtlich im ersten Quartal 2008 verwirklicht werden soll.

Schell will bei Angebot zwischen 10 und 15 Prozent wieder verhandeln

(19.11.) BERLIN - Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Manfred Schell, ist nach eigenen Worten bereit, über ein Angebot zwischen zehn und 15 Prozent zu verhandeln. "Zweistellig muss es allemal sein", sagte Schell in der ARD-Sendung "Anne Will" am Sonntagabend. Bahn-Personalvorstand Margret Suckale entgegnete, das Angebot der Bahn umfasse bereits zehn Prozent, wenn man Nebeneffekte zu den angebotenen Lohnerhöhungen von 4,5 Prozent dazurechnen würde. Die Bahn sei zu Verhandlungen bereit. An der teils heftig geführten Debatte nahmen auch der Transnet-Vorsitzende Norbert Hansen, Metallarbeitgeberpräsident Martin Kannegießer, der als Schlichter in den Tarifstreit eingebundene frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf sowie der Verhandlungsexperte Matthias Schranner teil.

Zuvor war am Wochenende darüber spekuliert worden, ob wieder Bewegung in den Tarifkonflikt kommt. Der "Spiegel" hatte berichtet, die DB wolle angeblich auf die Lokführergewerkschaft GDL zugehen. Die Bahn mache Verhandlungen nicht mehr von einer vorherigen Kooperationsvereinbarung der GDL mit den anderen Bahngewerkschaften Transnet und GDBA abhängig. Ein Bahnsprecher wollte sich dazu am Wochenende allerdings nicht äußern. Auch ist bei der Gewerkschaft bisher kein verbessertes Angebot angekommen. "Wir haben nichts", sagte eine GDL-Sprecherin. GDL-Chef Manfred Schell forderte von der Bahn ein neues Angebot in Höhe von mindestens zehn Prozent mehr Lohn. Das würde seine Gewerkschaft veranlassen, sofort an den Verhandlungstisch zu gehen, sagte Schell dem Fernsehsender "RTL". Man erwarte vom Bahnvorstand bis Montag 24 Uhr ein verhandlungsfähiges Angebot, so die Lokomotivführergewerkschaft. Ansonsten könnte bereits am Mittwoch ein neuer Streik beginnen. Am Dienstag dürften die Züge noch planmäßig verkehren, da die Gewerkschaft mehrere Stunden Vorlaufzeit vor einem Streik benötigt.

Unterdessen lief bereits am Samstag der Fern- und Regionalverkehr nach Ende des Streiks wieder nach Fahrplan. Einzelne Behinderungen gab es zu Betriebsbeginn im Regionalverkehr vor allem in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Nordrhein-Westfalen. Hier war die Disposition der Fahrzeuge streikbedingt an einigen Orten beeinträchtigt. Die DB zeigte sich zufrieden mit der Zuverlässigkeit des Ersatzfahrplans. Im Fernverkehr verkehrten rund zwei Drittel der Züge. Bei den Regionalzügen und S-Bahnen war es im bundesweiten Durchschnitt rund die Hälfte. Am stärksten betroffen war Ostdeutschland: In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin verkehrten knapp ein Viertel der üblichen Regionalzüge, in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt etwa 30 Prozent. In Westdeutschland fuhren je nach Region 50 bis 80 Prozent der Regionalzüge. Täglich waren rund 500 Ersatzbusse im Einsatz. Rund 1.000 Mitarbeiter waren zusätzlich im Servicebereich tätig. Bei der Informations-Hotline wurden seit Mittwoch über eine Million Anrufe gezählt. Auf die Streikinformationen auf www.bahn.de gab es im selben Zeitraum rund 13 Millionen Zugriffe.

Im Schienengüterverkehr hat die DB in der Nacht zum Samstag damit begonnen, die Folgen von insgesamt über 100 Stunden Streik seit dem 8. November zu beseitigen. "Wir tun das uns Mögliche, um unseren Kunden in der Wirtschaft jetzt wieder zuverlässige Angebote machen zu können und Vertrauen in die Schiene zurückzuholen. Dazu sind bereits am Wochenende zusätzliche Mitarbeiter in den Zugbildungsanlagen im gesamten Bundesgebiet im Einsatz", sagte Norbert Bensel, Vorstand Transport und Logistik der DB. Hunderte abgestellte Züge müssten an ihre Bestimmungsorte gefahren und Lokomotiven in neue Umläufe integriert werden. Für die in großer Zahl ausgefallenen und verspäteten Transporte, darunter auch internationale Züge, müssten neue Trassen erstellt werden. Der bereits gestern aufgehobene Annahmestopp für Sendungen von und nach Ostdeutschland soll zu einer allmählichen Normalisierung der Abläufe beitragen. Die Beseitigung der Auswirkungen des Streiks wird allerdings einige Tage dauern.

Die wirtschaftlichen Folgen der bisherigen Bahnstreiks sind nach jüngsten Schätzungen geringer ausgefallen als bislang angenommen. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung haben die bisherigen Streiks der GDL die Volkswirtschaft insgesamt zwischen 74,8 und 112,8 Millionen Euro gekostet. Zuvor hatten andere Ökonomen den möglichen Schaden auf täglich 20 bis 50 Millionen Euro taxiert. Vereinzelt war von 100 Millionen Euro pro Streiktag die Rede.

Tiefensee erarbeitet Konzept für Bahn-Privatisierung

(19.11.) BERLIN - Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee prüft nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" ein spezielles Beschäftigungsmodell, um die Einwände der Gewerkschaften zu überwinden. Danach soll die DB in zwei Holdings für das Schienennetz und den Zugbetrieb aufgespaltet werden; die Netzholding soll staatlich bleiben, an der Betriebsholding könnten sich Investoren beteiligen. Zugleich aber will Tiefensee dem Bericht zufolge mit Hilfe eines sogenannten konzerninternen Arbeitsmarktes dafür sorgen, dass die Beschäftigten ihre heutigen sozialen und arbeitsrechtlichen Besitzstände wahren. So sollten beispielsweise Angestellte einer teilprivatisierten Betriebsgesellschaft die Zusicherung erhalten, bei Rationalisierungsmaßnahmen zu vergleichbaren Konditionen zur Netzgesellschaft wechseln zu dürfen, hieß es weiter.

Personenverkehr ab Samstag nach normalem Fahrplan

(17.11.) BERLIN - Die DB rechnet für den Samstag mit einer planmäßigen Wiederaufnahme des Eisenbahnbetriebs im Personenverkehr. Im Güterverkehr wird am Wochenende der planmäßige Rangier- und Zugbetrieb vorbereitet und das Wochenende zum Abbau des Rückstaus genutzt. Die Streiks sollten nach Ankündigung der GDL am Samstagmorgen, 2 Uhr, beendet werden. Bis einschließlich Montag wird es keine neuen Streiks geben. Solange hat die GDL der DB Zeit gegeben, ein neues Angebot vorzulegen. Danach drohen unbefristete Arbeitsniederlegungen.

Am Freitag fuhren die Züge im Personenverkehr stabil nach einem Ersatzfahrplan. Im Fernverkehr verkehrten rund zwei Drittel der Züge, vor allem ICE-Züge. Bei den Regionalzügen und S-Bahnen waren es im bundesweiten Durchschnitt mehr als die Hälfte. Fast 500 Ersatz-Busse waren im Einsatz. Rund 1.000 Mitarbeiter waren zusätzlich im Servicebereich tätig. Aufgrund des hohen Organisationsgrades der GDL in den neuen Bundesländern war Ostdeutschland von den Streikauswirkungen besonders betroffen. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin verkehrten knapp ein Viertel der üblichen Züge, in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt etwa 30 Prozent der Regionalzüge. Im Regionalverkehr Westdeutschlands war die Lage deutlich besser. Dort fuhren je nach Region 50 bis 80 Prozent der Regionalzüge. In Baden-Württemberg, Bayern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen fuhr jeder zweite Zug; in Nordrhein-Westfalen rund zwei Drittel der Züge, sowie in Hessen und der Region Rhein/Neckar rund 70 Prozent. Im Saarland und in Rheinland-Pfalz wurden rund 80 Prozent der üblichen Leistung gefahren.

Der Schienengüterverkehr der DB ist von den Streiks weiterhin deutlich beeinträchtigt. Nach wie vor kann die DB eine Grundversorgung für Westdeutschland und eine Minimalversorgung in Ostdeutschland mit versorgungsrelevanten Zügen sicherstellen. Die Kunden des Schienengüterverkehrs der Deutschen Bahn werden durch die Kundenberater und über das Kundenservicezentrum regelmäßig und aktiv über die aktuelle Situation informiert. Aktuelle Informationen sind im Internet unter www.railion.com verfügbar. Schon am Wochenende sollen möglichst viele Auswirkungen des Streiks aufgearbeitet werden, indem stehengebliebene Züge abgefahren werden. Dazu werden mehr Mitarbeiter als üblich in den Zugbildungsanlagen im Einsatz sein. Die Beseitigung aller Auswirkungen wird nach den Erfahrungen des letzten Streikes in der vergangenen Woche allerdings länger dauern.

Allianz pro Schiene zur Aufstockung der Infrastrukturmittel

(17.11.) BERLIN - Die Allianz pro Schiene hat verhalten positiv auf den Haushaltsbeschluss der Koalitionsfraktionen reagiert, die Investitionsmittel für die Schieneninfrastruktur im kommenden Jahr um 125 Millionen Euro im Vergleich zum Regierungsentwurf aufzustocken. "Immerhin kann mit 25 Millionen Euro ein Sofortprogramm für den Seehafenhinterlandverkehr auf der Schiene begonnen werden, das insgesamt 250 Millionen Euro erfordert und extrem wichtig für unsere Volkswirtschaft ist", sagte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege am Freitag in Berlin. Unbefriedigend sei jedoch die zu geringe Höhe des Aufstockungsbetrages im Jahr 2008. Flege: "Die Bahnen sind im Güterverkehr noch vor dem Lkw und dem Binnenschiff der am stärksten wachsende Verkehrsträger und stoßen schon jetzt teilweise an Kapazitätsgrenzen bei der Infrastruktur. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um mit dem weiter zu erwartendem Containerboom der Seehäfen Schritt zu halten. Die Unterfinanzierung der Schieneninfrastruktur wird durch die Beschlüsse nur leicht abgemildert".

Begrüßt wurde vom Schienenbündnis die Entscheidung der Haushaltspolitiker, das Lärmsanierungsprogramm des Bundes für innovative Pilotprojekte zur Vermeidung von Güterzuglärm zu öffnen. „Bislang wurden von den 100 Millionen Euro lediglich Lärmschutzfenster und -wände finanziert, ab Anfang 2008 kann mit einem Betrag von bis zu 10 Millionen Euro auch die Umrüstung von Güterwaggons mit so genannten Flüsterbremsen gefördert werden. Das ist der strategisch wichtige Einstieg in die Lärmminderung an der Quelle. Dies wird insbesondere den Menschen im Rheintal zugute kommen", sagte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer. Güterzüge mit Flüsterbremsen ("K-Sohle") sind während der Fahrt wegen der nicht so stark aufgerauten Räder nur halb so laut wie Güterzüge mit konventionellen Bremsklötzen.

VG Köln bestätigt "Konzernjuristenbescheid" des EBA

(17.11.) BONN - Am Mittwoch hat das Verwaltungsgericht Köln die Klagen der DB Netz AG, der DB sowie von fünf Angestellten der DB-Konzernrechtsabteilung gegen den sog. "Konzernjuristenbescheid" des Eisenbahn-Bundesamtes abgewiesen. Das Eisenbahn-Bundesamt hatte der DB Netz AG untersagt, in Fragen des Netzfahrplans, der sonstigen Zuweisung von Zugtrassen sowie der Wegeentgelte die zentrale Rechtsabteilung der DB-Holding mit Beratungs- und Vertretungsaufgaben zu betrauen. Hindergrund der Anordnung ist, dass diese Tätigkeit den Konzernjuristen unzulässige Möglichkeiten der Mitwirkung an Entscheidungen sowie Einflussnahmemöglichkeiten gibt. Dies ist nicht vereinbar mit § 9a Allgemeines Eisenbahngesetz. Das VG Köln bestätigte die Anordnung des Eisenbahn-Bundesamtes gegenüber der DB Netz AG in allen Punkten.

Das Eisenbahnbundesamt wertet die Entscheidung des VG Köln als Meilenstein für die Entwicklung des Entflechtungsrechts im Eisenbahnwesen. Die Unterbindung von Einflussnahme- und Mitentscheidungsmöglichkeiten der vom Konzernvorstand weisungsabhängigen zentralen Rechtsabteilung im Bereich der Trassenzuweisung und der Entgelte sei eine wichtige Voraussetzung für das Vertrauen der Netzzugangsberechtigten in die Neutralität des Schienenwegebetreibers. Hier sei  ein wichtiger Schritt in Richtung der Entwicklung eines funktionsfähigen Wettbewerbs im Eisenbahnverkehrsmarkt erfolgt.

Probleme im Güterverkehr spitzen sich zu

(16.11.) BERLIN - Der Schienengüterverkehr der DB in Ostdeutschland ist nach Angaben der DB seit der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag fast komplett zum Erliegen gekommen. "Seit knapp 30 Stunden ist die GDL im Ausstand, und wir müssen zusehen, wie eine kleine Gewerkschaft versucht, die Wirtschaft in Ostdeutschland kaputt zu streiken", so Dr. Norbert Bensel, Vorstand Transport und Logistik der DB AG, heute in Berlin. "Die Versorgungslage vor allem in den neuen Bundesländern entwickelt sich dramatisch. Hier können wir nur noch die für die Versorgung wichtigsten Züge fahren. Mit jedem Streiktag spitzen sich die Probleme zu." In Westdeutschland konnte die DB dank des verhängten Annahmestopps für Güter von und nach Ostdeutschland die Grundversorgung weitgehend gewährleisten. So wurde ein Rückstau vermieden. Zunehmend schlagen die Automobilfirmen Alarm, weil Zulieferungen ausbleiben.

Der Ersatzfahrplan im Personenverkehr lief nach DB-Angaben den ganzen Tag über bundesweit stabil. Im Fernverkehr sind rund zwei Drittel der Züge unterwegs, vor allem ICE. Im Regionalverkehr liegt das Angebot im Südwesten bei knapp 80 Prozent, in Hessen bei 70 Prozent, in Nordrhein-Westfalen bei über 60 Prozent sowie in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein bei etwa 50 Prozent. In den östlichen Bundesländern verkehren zwischen 20 und 30 Prozent der Regionalzüge. Hier setzt die Bahn verstärkt Busse für den Schienenersatzverkehr ein, bundesweit insgesamt über 500. Bei der S-Bahn Berlin konnten über 30 Prozent der Leistungen gefahren werden, bei der S-Bahn Hamburg rund 50 Prozent und in München etwa ein Drittel. Rund 1.000 Mitarbeiter sind zusätzlich im Servicebereich tätig. Starke Nachfrage gab es bei der Informations-Hotline. Dort wurden gestern und heute über 700.000 Anrufe gezählt. Auf www.bahn.de gab es im selben Zeitraum über sieben Millionen Zugriffe.

Unterdessen spitzt sich der Arbeitskampf weiter zu. Die Bahn lehnt trotz der massiven Behinderungen die Forderungen der GDL weiter ab (siehe auch nächster Bericht). Außerdem verklagt das Unternehmen die Gewerkschaft auf Schadenersatz. Man habe eine Klage über fünf Millionen Euro für Warnstreiks am 10. Juli beim Arbeitsgericht Frankfurt am Main eingereicht, sagte Bahn-Sprecher Uwe Herz. Nach Ansicht des Verkehrskonzerns waren die bundesweiten Arbeitsniederlegungen im Regionalverkehr an dem Tag rechtswidrig. Da die Tarifverträge zu dieser Zeit teilweise noch nicht gekündigt gewesen seien, habe die GDL bewusst die gesetzlich geschützte Friedenspflicht verletzt. Die GDL drohte dagegen mit einem unbefristetem Streik. Sollte die DB bis Montag kein neues Angebot vorlegen, werde man in der kommenden Woche über unbefristete Streiks entscheiden. Der GDL-Bezirksvorsitzende für Berlin, Brandenburg und Sachsen, Hans-Joachim Kernchen, schloss im RBB-Inforadio sogar einen Ausstand bis Weihnachten nicht aus.

Streiks: DB-Aufsichtsrat empfiehlt Vorstand Fortsetzung der harten Linie

(16.11.) BERLIN - Der Aufsichtsrat der DB hat sich am Donnerstag zu einer Sondersitzung getroffen, um Berichte des Vorstands zu dem Thema "Streik der GDL-Lokführer" und "Privatisierung" zu hören und zu erörtern. In Sachen Streik stützte der Aufsichtsrat die Position des Vorstands, nicht auf die Forderung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) nach Auflösung der Tarifeinheit einzugehen, auch wenn diese unentwegt weiter streiken sollte. Der Aufsichtsrat bittet die GDL, mit dem Vorstand der DB AG in Verhandlungen einzutreten. Zum geplanten Börsengang der DB hieß es nach der Sitzung, Aufsichtsrat und Vorstand seien in Sorge, dass eine politische Absage des Gangs auf den Kapitalmarkt unabsehbare negative Konsequenzen für die DB AG haben werde. Nur unter der Voraussetzung der Zuführung privaten Kapitals sei ein ertragskräftiger und national wie international wettbewerbsfähiger Logistikkonzern entstanden. Begrüßt wurden deswegen die im Koalitionsausschuss erörterten neuen Überlegungen zur Sicherung der Zukunft durch Zuführung von Kapital über den Bundeshaushalt hinaus. Wenn die DB AG als integrierter Konzern erhalten bleibe und damit die Arbeitnehmerinteressen geschützt blieben, sei auch die Beteiligung privater Kapitalgeber (bis zu 49,9%) nur an der "Verkehrs-AG" als Tochter der DB AG ein aus Sicht aller Vertreter des Aufsichtsrats praktikabler Weg.

Umfrage: Hohe Benzinpreise bewegen zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel

(16.11.) BERLIN - Etwa 60 Prozent der Deutschen wollen laut einer Emnid-Umfrage deutlich weniger Auto fahren und auf andere Verkehrsmittel umsteigen, sobald der Literpreis für Superbenzin über die Marke von 1,50 Euro steigt. Die nächste Hemmschwelle für Autofahrer an der Zapfsäule liegt der Umfrage zufolge bei 2 Euro. 23 Prozent wollen ab diesem Stand Konsequenzen ziehen. Nur fünf Prozent der Befragten erwägen allerdings, ab ihrer persönlichen Höchstgrenze den Pkw ganz abzuschaffen. Attraktiver werden angesichts der hohen Kosten für Kraftstoffe spritsparende Autos (53 Prozent) oder alternative Antriebsformen, wie zum Beispiel Hybrid (31 Prozent). Vor allem Ostdeutsche ziehen die Bildung von Fahrgemeinschaften verstärkt als Sparmöglichkeit in Betracht (41 Prozent).

Zweites Gleis für die BLS-Strecke Burgdorf Steinhof - Burgdorf

(16.11.) BURGDORF - Im Rahmen der Gesamterneuerung des Bahnhofs Burgdorf rüstet die BLS die Einfahrt der Strecke aus dem Emmental mit einem zweiten Gleis aus. Zentrales Objekt ist der Neubau der Brücke über die Lyssachstraße, wo in diesen Tagen die Vorarbeiten beginnen. Der Ausbau des eingleisigen Streckenabschnitts vom Bahnhof Burgdorf Richtung Steinhof auf Doppelspur bedingt den Neubau der Brücke über die Lyssachstraße. Diese wird neben den zwei Bahngleisen auch den künftigen Rad- und Gehweg vom Meienfeld ins Zentrum aufnehmen. Der Neubau ersetzt die 125-jährige Dreibogenbrücke und stellt das markanteste Objekt des neuen Doppelspurabschnitts dar. Sie weist eine Gesamtlänge von 29,4 Metern und eine Breite von 15,6 Metern auf. Der Brückenoberbau besteht aus einer vorgespannten Betonplatte, welche im Nordosten in die Widerlagerwand eingespannt wird und im Südwesten auf zwei schrägen Abstützungen ruht. Das Bauwerk wird in zwei Etappen erstellt, damit der Bahnverkehr nur geringfügig beeinträchtigt wird.

Die Vorarbeiten zum Neubau der Brücke beginnen Mitte November 2007. Parallel dazu wird der Lerchenbodenweg verlegt. Bis Mai 2008 wird die erste Hälfte der Brücke gebaut, bis September 2008 die zweite Hälfte. Die Inbetriebnahme der neuen Doppelspur ist für Ende Oktober 2008 vorgesehen. Die doppelspurige Einfahrt in den Bahnhof Burgdorf beseitigt einen betrieblichen Engpass. Sie erhöht die Kapazität der Strecke und dient der Pünktlichkeit der Züge. Der Verwaltungsrat der BLS AG hat dazu Anfang Jahr einen Gesamtkredit von 13 Millionen Franken bewilligt.

Ersatzfahrplan im Personenverkehr stabil (Stand: 14:30)

(15.11.) BERLIN Der Ersatzfahrplan der DB im Personenverkehr läuft nach Angaben des Unternehmens bundesweit stabil. Die Streikaktionen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben zu einem reduzierten, aber zuverlässigen Angebot geführt: Im Fernverkehr verkehren rund zwei Drittel der Züge, vor allem ICE-Züge. Im Regionalverkehr liegt das Angebot im Südwesten bei 80 Prozent, in Hessen und Nordrhein-Westfalen bei rund 70 Prozent und in Bayern bei 50 Prozent. In den östlichen Bundesländern verkehren lediglich 15 Prozent der Regionalzüge. Hier setzt die Bahn verstärkt Busse für den Schienenersatzverkehr ein. Einschränkungen gibt es auch im S-Bahnverkehr. Bundesweit hat die Bahn fast 500 Ersatz-Busse im Einsatz. Rund 1.000 Mitarbeiter sind zusätzlich im Servicebereich tätig. In den großen Bahnhöfen registriert die Bahn weniger Reisende als üblich. Viele Kunden informieren sich im Vorfeld über die aktuellen Reiseverbindungen oder weichen rechtzeitig auf andere Verkehrsmittel aus. Kunden können sich auf www.bahn.de/aktuell und über die kostenlose Hotline 08000 99 66 33 sowie in den DB Reisezentren informieren. Die Streiks der GDL sollen voraussichtlich bis Samstagmorgen 2 Uhr andauern.

Im Schienengüterverkehr der DB wird die Lage immer kritischer. In Ostdeutschland kann die DB ausschließlich versorgungsrelevante Züge fahren. Seit Streikbeginn wurden rund 1.400 Schichten nicht angetreten. Um für die westlichen Bundesländer eine Grund- und für Ostdeutschland eine Minimalversorgung sicherzustellen, bleibt der Annahmestopp von Güterzügen von und nach Ostdeutschland weiter bestehen. Kundenberater und die Mitarbeiter des Kundenservicezentrums stehen in regelmäßigem Kontakt zu den Kunden und informieren sie aktiv über die aktuelle Lage. Aktuelle Informationen sind auch im Internet unter www.railion.com verfügbar.

Zugverkehr der DB am Morgen von Streiks erheblich beeinträchtigt (Stand 7:15)

(15.11.) BERLIN - Die Ausweitung der Streikaktionen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) auf den gesamten Zugverkehr der DB hat seit heute morgen 2 Uhr bundesweit zu starken Beeinträchtigungen geführt. Die Züge im Personenverkehr fahren stabil nach einem Ersatzfahrplan. Im Fernverkehr verkehren rund zwei Drittel der Züge, vor allem ICE-Züge. Im ICE-Verkehr ab Berlin gibt es derzeit einzelne Zugausfälle. In Westdeutschland fahren rund 50 Prozent der Regional-Bahnen. Erhebliche Einschränkungen gibt es auch im S-Bahnverkehr. Aufgrund des hohen Organisationsgrades der GDL in den neuen Bundesländern ist Ostdeutschland von den Streikauswirkungen besonders stark betroffen.

In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt verkehren lediglich 10 Prozent der Regionalbahnen. Vielfach setzt hier die Bahn Busse als Ersatzverkehr ein. In Dresden, Leipzig und im Großraum Halle fahren nur einzelne S-Bahn-Züge. Die S-Bahn in Rostock wird zumeist durch Busse ersetzt. In Berlin verkehrt die S-Bahn in einem 20- bis 40-Minuten-Takt. Die S-Bahn in Hamburg fährt rund 40 Prozent ihrer normalen Leistung. In Frankf