Änderungen zum Fahrplanwechsel bei der DB in Baden-Württemberg

STUTTGART - In Baden-Württemberg wird es trotz deutlicher Kürzung der Mittel für den Schienenpersonennahverkehr durch den Bund keine Streckenstillegungen geben. Allerdings wird es ab Juni kommenden Jahres zu Fahrplananpassungen auf mehreren Strecken kommen: das Angebot der DB Regio soll um gut zwei Millionen Zugkilometer jährlich reduziert werden. Zum Fahrplanwechsel im Dezember werden noch keine gravierenden Kürzungen vorgenommen.

Mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2006 beginnt auf der Schwarzwaldbahn eine neue Zeit: Jeweils im Zweistundentakt fahren abwechselnd InterRegioExpress (IRE)- und RegionalExpress (RE)-Züge mit fabrikneuen Doppelstock-Reisezugwagen zwischen Karlsruhe und Konstanz, zum Teil auch bis Kreuzlingen. Die Fahrzeuge bieten den Fahrgästen viel Komfort: breite, bequeme Einstiegstüren, Klimatisierung, Komfortsitze, einen Mehrzweckraum im Unterdeck mit Platz für Fahrräder und Panoramaklasse im Oberdeck. Auf Bildschirmen ist die aktuelle Anschlusssituation im nächsten Knotenbahnhof abzulesen. Darüber hinaus erhalten die Fahrgäste Informationen zu aktuellen Sonderangeboten. Tagsüber ist ein Catering-Service mit Getränken und frischen Snacks in den Zügen unterwegs. Mehr als 80 Millionen Euro hat die Deutsche Bahn AG in die elf elektrischen Lokomotiven der Baureihe 146.2 und 36 Doppelstockwagen für die Gebirgsstrecke investiert.

Auch das Fahrplanangebot wird optimiert: So gibt es werktags eine neue direkte Frühverbindung von Karlsruhe nach Konstanz (Karlsruhe Hbf ab 4.32 Uhr, Konstanz an 8.10 Uhr). Die bisher nur an Sonntagen bestehende Direktverbindung Karlsruhe Hbf ab 21.17 Uhr, Konstanz an 0.12 Uhr, verkehrt neu täglich. Künftig erreicht an Werktagen RE 4742 von Singen (ab 5.30 Uhr) nach Offenburg (an 7.25 Uhr) in Offenburg Anschluss an den ICE nach Berlin. Damit wird die Region Hegau-Bodensee besser an das bundesweite Fernverkehrsnetz der Bahn angebunden. Allensbach ist ab Fahrplanwechsel auch Systemhalt der zweistündlichen IRE-Linie Karlsruhe - Konstanz ( - Kreuzlingen) und erhält somit eine stündliche, überregionale Bedienung. Einzelne Züge der Schwarzwaldbahn beginnen oder enden im Bahnhof Kreuzlingen (Schweiz). Dadurch werden Anschlüsse von/nach der Ostschweiz (beispielsweise Romanshorn/St. Gallen) mit nur einem Umstieg in Kreuzlingen ermöglicht. Dies führt teilweise zu einer deutlich kürzeren Gesamtreisezeit.

Nach Elektrifizierung der Strecke Eutingen - Freudenstadt fahren ab dem 10. Dezember 2006 wieder durchgehende Regional-Express-Züge zwischen Stuttgart und Freudenstadt. In der Landeshauptstadt starten dann im Zwei-Stunden-Takt zweiteilige Elektrotriebzüge der Baureihe ET 425, die im Bahnhof Eutingen im Gäu getrennt werden. Der erste Zugteil fährt weiter nach Rottweil, der zweite nach Freudenstadt. Zusätzlich zu diesen Verbindungen verlängert die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH (AVG) alle zwei Stunden ihre aus dem Murgtal kommenden Stadtbahnen bis Eutingen, dort besteht Anschluss Richtung Stuttgart. Zusammen mit den Stadtbahnen der Linie S 41 bis Eutingen im Gäu ergänzen sich beide Angebote zu einem Stundentakt zwischen Eutingen im Gäu und Freudenstadt.

Bei der S-Bahn RheinNeckar werden nach erfolgten Umbaumaßnahmen der Streckenabschnitte Speyer–Germersheim und Kaiserslautern Hbf–Homburg (Saar) Hbf die S-Bahn-Linien S 3 und S 4 (Karlsruhe–Speyer bzw. Bruchsal–Speyer) und S 1 (Osterburken–Kaiserslautern) entsprechend verlängert.

Auf der Strecke Stuttgart - Tübingen - Sigmaringen - Aulendorf fahren die IRE-Züge wieder mit eingeschalteter Neigetechnik. Die Fahrzeit zwischen Sigmaringen und Stuttgart verkürzt sich dadurch um bis zu 15 Minuten. In Aulendorf besteht Anschluss in Richtung Bodensee und Biberach.