Die Änderungen im Fernverkehr
BERLIN - Zum Fahrplanwechsel am 09. Dezember wartet die DB vor allem mit Änderungen im internationalen Fernverkehr auf. Gleich auf drei Strecken werden künftig ICE-Züge eingesetzt bzw. das bestehende Angebot ausgebaut. So fährt der ICE in Kooperation mit den Dänischen Bahn (DSB) erstmals nach Dänemark. Die neuen Verbindungen von Berlin und Hamburg nach Kopenhagen und Aarhus machen Dänemark zum sechsten ICE-Land - nach der Schweiz, Österreich, Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Für die neue Verbindung wurden mehrere Diesel-ICE-Züge für jeweils rund eine Million Euro umgerüstet. Damit kehren die Züge, die zuletzt abgestellt bzw. teilweise als Wochenendverstärker-Züge eingesetzt worden waren, in den regelmäßigen Planeinsatz zurück. Zwischen Berlin und Hamburg fahren zwei ICE-Einheiten gekoppelt. In Hamburg werden diese getrennt und fahren direkt und ohne Umsteigen nach Aarhus bzw. Kopenhagen weiter. Von Berlin nach Aarhus verkürzt sich die Reisezeit um fast 45 Minuten auf rund 6 Stunden 45 Minuten. Dadurch werden auch Lübeck, Oldenburg (Holstein), Puttgarden sowie Neumünster, Rendsburg und Schleswig von Berlin mit dem ICE erreichbar sein.
Ebenfalls zum Fahrplanwechsel wird Österreich in den ICE-Taktverkehr integriert: Die neue ICE-Linie von Dortmund bzw. Frankfurt am Main nach Wien knüpft alle zwei Stunden schnelle und komfortable Verbindungen über Würzburg, Nürnberg, Regensburg, Passau und Linz. DB und ÖBB betreiben die Züge gemeinsam. Sechs Verbindungen pro Richtung werden täglich angeboten, drei davon von/ nach Dortmund. DB und ÖBB erwarten sich ca. 130.000 Fahrgäste zusätzlich durch das verbesserte Angebot.
Bereits im Juni eröffnete die DB in Kooperation mit der französischen Staatsbahn SNCF die neuen Hochgeschwindigkeitslinien von Frankfurt am Main und Stuttgart nach Paris. Zum Fahrplanwechsel wird das Angebot auf dem nördlichen Ast zwischen Frankfurt und Paris über Mannheim von einer auf fünf durchgehende ICE-Verbindungen pro Tag ausgebaut. Die Fahrzeiten zwischen Mannheim und Paris verkürzen sich auf rund drei ein viertel Stunden. Ebenfalls neu ist auf dem Süd-Ast eine TGV-Verbindung von München nach Paris, durch die Ulm in weniger als fünf Stunden an die Seinemetropole angebunden wird. Zwischen Stuttgart und Paris über Karlsruhe gibt es dann vier TGV-Verbindungen pro Tag.
Weitere Änderungen:
Schnellere Verbindungen gibt es zu den Nordseeinseln Föhr und Amrum. In den durchgehenden und klimatisierten IC-Kurswagen aus Richtung Köln-Dortmund-Bremen und Dresden-Berlin besteht in Dagebüll Mole direkter Anschluss an die Fähre nach Föhr und Amrum. Hierdurch verkürzt sich die Reisezeit um bis zu drei Stunden. In allen IC-Kurswagenverbindungen nach/von Dagebüll Mole wird die Fahrradmitnahme mit Reservierung angeboten.
Die Züge der IC-/EC-Linie 27 Prag - Dresden - Berlin - Hamburg halten im bisherigen Umfang weiterhin in Elsterwerda. Ein Zugpaar dieser Linie verkehrt künftig statt nach Hamburg und weiter nach Dänemark nach Stralsund über Eberswalde. Während der Sommersaison fährt dieser Zug von Mitte Juni bis Mitte September 2008 täglich, außerhalb der Saison an einzelnen Tagen, bis in das Ostseebad Binz. In Berlin Hauptbahnhof besteht Anschluss an einen ICE nach Kopenhagen und Aarhus über Hamburg.
Auf der ICE-Linie 28 Hamburg - Berlin - Leipzig - München wird das Angebot neu geordnet. Alle zwei Stunden wird die Linie in Berlin gebrochen, zwischen Berlin und Hamburg verkehren dann ICE-1-Züge. Im Süden ändert sich das Haltekonzept. Von Berlin fährt sonnabends ein ICE über Leipzig und Jena direkt nach Garmisch-Partenkirchen und ersetzt den bisher verkehrenden IC "Karwendel". Durch die ICE-Verbindung verkürzt sich die Reisezeit nach Garmisch-Partenkirchen um rund 40 Minuten. Der ICE startet in Berlin Hbf um 8.58 Uhr und erreicht Garmisch-Partenkirchen um 16.22 Uhr. In der Gegenrichtung verlässt der ICE Garmisch-Partenkirchen 9.25 Uhr, Ankunft in Berlin Hbf ist 17 Uhr.
Schneller und komfortabler geht es künftig zu den Nordseeinseln: In Emden Hbf werden die IC-Linien 35 (Luxemburg-Köln-Norddeich Mole) und 56 (Leipzig - Hannover - Norddeich Mole) miteinander verknüpft. Durch Anschlüsse am selben Bahnsteig besteht die Möglichkeit, mit den Intercity-Zügen aus Richtung Rhein/Ruhr und Ostdeutschland sowohl die Inseln Norderney und Juist über den Fährbahnhof Norddeich Mole als auch Borkum über den Fährbahnhof Emden Außenhafen schnell und bequem zu erreichen. Etwa jede zweite Stunde fährt ein IC-Zug von/nach Norddeich Mole. Zum Fährbahnhof Emden Außenhafen wurde die Anzahl der IC-Verbindungen an touristisch interessanten Tagen von einer auf drei erhöht.
Auf der ICE-Linie 50 Dresden - Leipzig - Erfurt - Frankfurt/Main - Wiesbaden bleibt das bisherige Angebot im Stundentakt bestehen. Neu verkehrt (außer samstags) ein ICE in Spätlage von Wiesbaden (ab 21.24 Uhr), Frankfurt am Main (ab 21.19 Uhr) nach Erfurt (an 23.35 Uhr). Dieser Zug verkehrt freitags und sonntags weiter bis Leipzig.
Alle Züge der IC-Linie 51 Stralsund - Berlin - Halle(Saale) - Erfurt - Düsseldorf werden einheitlich über Lutherstadt Wittenberg geführt. Reisemöglichkeiten zwischen Berlin und Dessau bestehen mit Zügen des Regionalverkehrs. Im Streckenabschnitt Stralsund - Berlin fahren die IC-Züge in einem geänderten Fahrplan. Richtung Stralsund fahren die IC-Züge in den Berliner Bahnhöfen ca. 10 Minuten früher ab als bisher, in der Gegenrichtung kommen die IC in den Berliner Bahnhöfen ca. 10 Minuten später an. Dadurch besteht in Pasewalk wieder Anschluss in/aus Richtung Ueckermünde. Auf den bisherigen abschnittsweisen Einsatz von zwei ICE-Zugpaaren (Dresden - Erfurt - Düsseldorf, Berlin - Halle (Saale) - Frankfurt am Main) wird im Fahrplan 2008 verzichtet. Die bisher nur sonntags verkehrenden Intercity-Züge Halle (Saale) ab 19.59 Uhr, Erfurt an 21.17 Uhr und Erfurt ab 20.31 Uhr, Halle (Saale) an 22.01 Uhr fahren wieder täglich. An den morgendlichen Intercity Halle (Saale) ab 6.39 Uhr nach Berlin Hbf an 7.55 Uhr besteht nun ein direkter Anschluss mit einer Regionalbahn von Erfurt/Naumburg/Weißenfels und Merseburg.
Die
IC-Linien 55 Leipzig - Halle (Saale) - Magdeburg - Hannover - Dortmund - Köln und
56 Leipzig - Halle (Saale) - Magdeburg - Hannover - Oldenburg fahren jeweils unverändert im Zwei-Stunden-Takt, so dass
zwischen Leipzig über Leipzig/Halle Flughafen, Halle (Saale), Magdeburg und
Hannover stündliche Verbindungen bestehen. Mit Fortführung der Bauarbeiten im
Bahnknoten Magdeburg halten diese Züge von Mai bis Dezember nächsten Jahres in
Magdeburg-Buckau, da sie über die "Sudenburger Kurve" (Verbindungskurve zwischen
Magdeburg-Buckau und Magdeburg-Sudenburg) umgeleitet werden und nicht zum
Magdeburger Hauptbahnhof fahren können. Die Verbindung zwischen Magdeburg-Buckau
und dem Hauptbahnhof der Landeshauptstadt stellt die Regional-Express-Linie
Berlin - Magdeburg Hauptbahnhof her, die bis Buckau verlängert wird. Zur besseren
Anbindung von Dessau-Roßlau während der Bauarbeiten im Bahnknoten Magdeburg
halten die Intercity-Züge der Linie 56 in Richtung Hannover/Oldenburg von Ende
Mai bis Anfang Dezember 2008 zusätzlich in Köthen. Sonntags wird ein
zusätzlicher Intercity von Leipzig nach Oldenburg eingesetzt. Abfahrtszeit in
Leipzig ist 16.10 Uhr. Der Intercity "Warnow" (Leipzig - Halle
(Saale) - Magdeburg - Schwerin - Rostock - Warnemünde) fährt während der Sommersaison im
Abschnitt Magdeburg an die Ostseeküste von Mitte Juni bis Mitte September 2008
täglich, außerhalb der Saison nur an einzelnen Tagen an den Wochenenden.
Beim Berlin-Warszawa-Express wird freitags und sonntags abends neu der EC
49 Berlin - Poznan um 18.26 Uhr ab Berlin Hbf eingesetzt. In der Gegenrichtung
fährt der EC 48 montags und sonnabends von Poznan um 6.01 Uhr nach Berlin.
Durch den weiteren Ausbau der Kooperation mit den Schweizerischen Bundesbahnen
(SBB) ergeben sich im Fahrplan 2008 mehr ICE-Direktverbindungen über Basel in
die Innerschweiz. Neu sind ein ICE von Interlaken Ost nach Hamburg-Altona sowie
ein ICE von Berlin Ostbahnhof nach Interlaken Ost. Auf der Rheintalstrecke gibt
es neben den täglich fünf ICE-Direktverbindungen nach Zürich dadurch nun täglich
ebenfalls fünf ICE-Direktverbindungen nach Interlaken.
Im ICE-Streckennetz wird Offenburg statt Baden-Baden Systemhalt der ICE-Linie
Köln - Basel. Anstelle von Offenburg erhält die ICE-Linie Hamburg - Basel - Zürich den
neuen Systemhalt Baden-Baden. In Baden-Baden erhöht sich die Anzahl der
ICE-Halte. Offenburg erhält einen minutengleichen ICE-Stundentakt Richtung
Karlsruhe und Basel.
Auf der IC-Linie Karlsruhe - Stuttgart - Ulm - München wird das Zugpaar IC 2264/2265
bis Salzburg Hauptbahnhof verlängert. Mit modernen Nachtreisezügen verbindet das CityNightLine (CNL)-Zugpaar 352/353 neu Basel und Prag mit Halten in Freiburg (Brsg.),
Offenburg, Karlsruhe und Mannheim.