BERLIN - Nach den Beeinträchtigungen und Zugausfällen in den vergangenen Monaten aufgrund der zusätzlichen Achskontrollen bei der ICE-T- und ICE-3-Flotte verspricht die DB zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember einen wieder zuverlässigen Fernverkehr. Zumindest soll wieder Verlass darauf sein, dass alle im Fahrplan veröffentlichten Züge auch tatsächlich verkehren. Auf der ICE-T-Linie 28 Hamburg - Berlin - Nürnberg - München verkehren alle zwei Stunden ICE-Züge über Ingolstadt (und zurück). In den Zwischenstunden werden zwischen Berlin und Nürnberg IC-Züge eingesetzt, so dass auf diesem Abschnitt wieder ein Stundentakt entsteht. Da ihre Fahrzeiten allerdings im Vergleich zu den ursprünglich geplanten ICE-Verbindungen nicht geändert wurden, sind hier Verspätungen vorprogrammiert. Inzwischen wurden auch weitere Züge zwischen Nürnberg und München über Augsburg in den Fahrplan eingepflegt, so dass das Angebot der Linie 28 weitgehend dem ursprünglichen Zustand entspricht.
Mit Verzögerungen muss auch auf der Linie 50 von Dresden nach Wiesbaden gerechnet werden, wo ausschließlich IC-Züge (ebenfalls in den ursprünglichen ICE-Fahrzeiten) zum Einsatz kommen werden. Zwischen Leipzig und Frankfurt Süd wird ein Stundentakt angeboten, alle zwei Stunden verkehren die Züge darüber hinaus nach Dresden bzw. Wiesbaden. In den Zwischenstunden wird außerdem ein Shuttle-Verkehr mit Nahverkehrsgarnituren zwischen Leipzig und Dresden angeboten. Auf den ICE-3-Linien Rhein/Ruhr - Basel und Rhein/Ruhr - Ulm/Augsburg wird auch nach dem Fahrplanwechsel bei wenigen Verbindungen ein zusätzlicher Umstieg in Karlsruhe bzw. in Stuttgart erforderlich sein. Weitere spürbare Verbesserungen des Angebots auf den vier betroffenen Linien sollen laut DB ab März 2009 durch die schrittweise Reduzierung der bestehenden Fahrzeugengpässe erzielt werden. Dann stehen der DB weitere Ultraschallgeräte zur Verfügung.
Veränderungen im Fernverkehr ins Ausland
Zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember werden außerdem erneut die Zugverbindungen von Deutschland ins Ausland verbessert. Zwischen München und Wien wird ein Zwei-Stunden-Takt eingeführt. Erstmals im Einsatz ist der neue Hochgeschwindigkeitszug railjet der Österreichischen Bundesbahnen. Zunächst fährt täglich ein railjet von München über Wien nach Budapest und zurück. Bis September 2009 wird das Angebot nach und nach auf fünf railjets und einen ICE pro Tag umgestellt. Die InterCity-Linie aus Berlin und Hannover wird künftig zweistündlich über Osnabrück nach Bad Bentheim und Amsterdam Schiphol verlängert. Insgesamt sieben statt bislang vier Zugpaare verkehren ab dem Fahrplanwechsel im Zwei-Stunden-Takt zwischen Berlin bzw. Hannover und dem internationalen Flughafen Schiphol via Amsterdam Zuid mit weiteren Halten u.a. in Deventer und Amersfoort.
Der Intercity von Frankfurt am Main nach Salzburg fährt künftig weiter bis nach Klagenfurt oder Graz und schafft so alle zwei Stunden umsteigefreie Verbindungen. Ein Zugpaar führt Kurswagen nach Ljubljana-Zagreb und ermöglicht so eine umsteigefreie Verbindung nach Kroatien. Ab dem 14. Juni 2009 verkehren die ICE-Züge der Linie 79 (Brüssel - Köln - Frankfurt) sowie die Thalys-Züge der Linie 80 (Paris - Brüssel - Köln) in Belgien über die Neubaustrecke. Dadurch verringert sich die Fahrzeit zwischen Köln und Brüssel um rund 30 Minuten. Ins italienische Bozen bzw. nach Verona wird von München aus künftig nur noch 5x täglich statt wie bisher 6x täglich ein Zug verkehren. Grund sind Veränderungen bei der Bahngesellschaft Trenitalia. Beim täglich verkehrenden EC 101/103 wird die Standzeit in Basel deutlich reduziert. Damit werden beispielsweise Zürich (an 16.52 Uhr statt 17.26 Uhr) oder Chur (an 18.43 Uhr statt 18.52 Uhr) schneller erreicht.
Der City Night Line (CNL) Berlin - Paris wird neu über Saarbrücken statt Brüssel geführt, wodurch sich die Fahrzeit erheblich verlängert. Der CNL Berlin - Basel - Zürich verkehrt ab Fahrplanwechsel über Halle (Saale) und Erfurt. Zwischen Berlin und Erfurt kann der CNL auch als Spätverbindung genutzt werden. Im Nachtzugverkehr wird neu der D 449/448 Berlin - Warschau - Berlin eingesetzt. In Berlin hält dieser Zug in den Bahnhöfen Gesundbrunnen und Lichtenberg. Dieser Zug hat Kurswagen nach Gdynia, Krakow und Kaliningrad. Eine weitere Nachtzugverbindung wird mit dem EuroNight (EN) Berlin - Budapest über Dresden - Bratislava eingerichtet. Dieser Zug führt Kurswagen von und nach Wien - die Automitnahme zwischen Berlin und Wien ist möglich. Dafür entfällt der bisherige EuroNight Berlin - Wien über Leipzig und Passau. Zur besseren Erschließung der Wintersportgebiete im österreichischen Vorarlberg verkehrt an jedem Samstag in der Wintersaison vom 20. Dezember 2008 bis zum 4. April 2009 ein neues IC-Zugpaar IC 1218/IC 1219 "Ski-Express Montafon" von Frankfurt am Main über Heidelberg, Stuttgart und Ulm nach Bludenz mit Anschluss an die Montafoner Bahn nach Schruns.
Veränderungen im nationalen Fernverkehr
Auch in Deutschland gibt es einige Veränderungen. Durch die Elektrifizierung der Strecke Hamburg - Lübeck erhält die Hansestadt Lübeck erstmals Anschluss an das elektrifizierte ICE-Netz. Damit startet eine ICE-Direktverbindung morgens von Lübeck über Hamburg, Hannover und Würzburg nach München und abends zurück. Freitags gibt es eine neue IC-Direktverbindung von Köln (Abfahrt um 12.39 Uhr) nach Flensburg (Ankunft um 19.09 Uhr) über Neumünster und Rendsburg. Sonntags fährt ein IC von München und Würzburg erstmals direkt nach Flensburg. Von Westerland nach Stuttgart bietet der IC "Nordfriesland" künftig eine durchgehende Direktverbindung durch Nordrhein-Westfalen und das Rheintal nach Stuttgart. Der Zug verlässt Sylt um 9.26 Uhr und erreicht Stuttgart um 20.22 Uhr. Für Greifswald bietet ein Intercity morgens eine umsteigefreie Verbindung nach Rostock, Hamburg und Köln und abends zurück. Die Fahrzeit der meisten IC zwischen Hamburg und Stralsund verkürzt sich um bis zu zwölf Minuten, da die Strecke zwischen Rostock und Stralsund verbessert wurde.
Der bislang nur am Sonntag fahrende IC um 20:46 Uhr in Hamburg Hbf nach Bremen und Dortmund fährt jetzt täglich (Ankunft um 23.33 Uhr). Von Freitag bis Sonntag fährt der IC weiter bis nach Köln Hbf (Ankunft um 0.49 Uhr). In der Gegenrichtung gibt es montags eine neue Frühverbindung von Köln Hbf (Abfahrt um 4.11 Uhr) über Düsseldorf und Essen und von Dienstag bis Freitag ab Dortmund (Abfahrt um 5.25 Uhr) nach Hamburg Hbf (Ankunft um 8:32 Uhr). An Wochenenden verkehren zusätzliche ICE/IC-Züge zwischen Darmstadt - Frankfurt(M)Süd - Berlin, zwischen Düsseldorf - Münster - Hannover - Berlin, zwischen Berlin - Hannover - Dortmund - Köln und zwischen Berlin - Hannover - Kassel - Frankfurt(M). Aachen bekommt jeweils um 7.40 Uhr mit dem ICE 545 eine morgendliche Direktverbindung nach Berlin. Bislang startete der ICE 545, der in Hamm (Westf.) mit dem aus Bonn kommenden Zugteil gekuppelt wird, in Köln/Bonn Flughafen.
Eine neue umsteigefreie ICE-Direktverbindung führt voraussichtlich ab Juni von München nach Dresden. Auch Würzburg ist ab Dezember durch eine zusätzliche Direktverbindung besser an München angebunden (Abfahrt um 6:03 Uhr, München an 8:02 Uhr). Neu verkehrt sonntags um 21:54 Uhr ein ICE-Spätzug von München nach Nürnberg und Frankfurt, wo er um 1:16 Uhr endet. Die Intercity-Züge der Linie 51 Düsseldorf - Erfurt - Halle (Saale) - Berlin - Ostseebad Binz erhalten ihren Korrespondenzhalt im Fernverkehr zur Linie Frankfurt am Main - Leipzig- Dresden wieder in Erfurt statt in Weimar. Dadurch verkürzt sich die Reisezeit zwischen Erfurt und Berlin um circa 15 Minuten auf zweieinhalb Stunden. Zwischen Erfurt und Berlin über Weimar und Halle (Saale) setzt die DB eine durchgehende rühverbindung ein (Abfahrt in Erfurt um 4.44 Uhr). Im morgendlichen Berufsverkehr verbindet montags bis freitags ein neuer IC Karlsruhe ( ab 7.41 Uhr) mit Stuttgart (an 8.29 Uhr). Eine neue ICE-Verbindung führt von Stuttgart (ab 14.34 Uhr) über Heidelberg (15.20 Uhr) und Mannheim (15.33 Uhr) nach Mainz, Wiesbaden, Limburg Süd und Köln.